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Samstag, 10. Oktober 2020

FLSUN QQ-S Pro Delta Printer Erfahrungsbericht Retourenware von Ebay

 Zu meinem 3D Drucker Zoo gesellte sich kürzlich ein Delta von FLSUN. Eigentlich hatte ich vor Jahren den Deltas abgeschworen. Mein erster Selbstbau war ja ein Rostock Drucker und das war eine teure und frustrierende Erfahrung. Einstellung, Bettleveling usw., alles war umständlich, ungenau und sehr zeitraubend.

Aber ich konnte die Finger nicht davon lassen und habe mich von dem schönen, großen FLSUN QQ-S Pro begeistern lassen. Die Wahl fiel auf den QQ_S, weil er mit rund 260 mm maximalem Druckdurchmesser ein attraktives Format hat.

Da es nicht so teuer werden sollte, entschied ich mich für einen "jungen Gebrauchten" aus dem Ebay Universum. Bei dem Anbieter DKZG wurde ich dann auch fündig. Schnell für 199 Euronen geordert, traf das Paket kurze Zeit später ein. Es sollte sich um Rückläufer des Herstellers handeln, die teilweise nur wenige Stunden gelaufen waren. Das erschien mir vertretbar. Die Lieferung war blitzschnell und der Delta kam im originalen Karton mit allem Zubehör. Nice!

Das Teil war schnell aufgebaut und eingeschaltet, jedoch begann dann die Fehlersuche, denn ein Riemen sprang immer wieder vom Pulley ab.

Murks ab Werk

Beim Öffnen der Unterseite schauderte es mir: Mit der Heißklebepistole festgefriemelte Motoraufhängungen, Lieblos und in übelster Qualität gedruckte Hot-Fixes erhärteten den Verdacht, dass der letzte User wohl verzweifelt versucht hatte das Problem irgendwie zu beheben und dann aber frustriert das Gerät retourniert hatte. Eine Rückfrage beim Anbieter DKZG ergab, dass auch alle anderen Geräte die gleichen "Aufwertungen" erfahren hatten und ähnlich vermurkst (ab Werk!) waren. Dabei wurden auch die Schwingungsdämpfer mit der Heißklebepistole schachmatt gesetzt. Sehr schlau!

Seufz- da waren wir wieder beim Delta, ohne Gefummel geht nichts so richtig. Also ans CAD und auf zu Thingiverse. Die passenden massiven Motorhalterungen herausgesucht und auf dem - zum Glück gut laufenden - CR-10 S Clon gedruckt. Neue Pulley bestellt, die üblen Messing Buchsen gegen leise IGUS LMUs ausgetauscht, die Riemenspanner mit Feder aufgewertet und siehe da : Er läuft!

Die vom Hersteller verwendeten Aluminiumwinkel zur Befestigung des Motors waren total verbogen und flogen daher raus.  Die blaue gedruckte Schutzkappe ist unnötig, wenn alles richtig eingestellt und montiert ist, springt der Riemen nicht ab.

Ein weiteres Upgrade werden Lüftersteuerungen sein, denn der Gehäuselüfter dröhnt wie ein Airbus im Anflug. Zudem braucht der Drucker ordentliches Licht. Da wird wohl eine LED Leiste installiert. Eine billige IP Kamera ist bereits eingetroffen und ein Raspi für Octoprint wird ebenfalls dazu kommen. Der Titan (Clone) Extruder ist nicht sooo schlecht wie manche das meinen. Bei mir bleibt er erst mal dran. Auch das Hotend ist nicht aus der Premium Liga, wird aber erst mal verheizt und dann evtl. upgegraded.

Die Messing oder Bronze Buchsen waren aber ein echtes No-Go! Viel zu schwer, extrem laut und dann erhöhen sie durch das Gewicht nochmals die bewegte Masse. So etwas schreit und bettelt förmlich nach IGUS Kunststoff Lagern. Punkt.

Dann also mal ans farbige Touchdisplay und etwas mit dem Drucker herumgespielt. Beiliegend war ein Auto Bett Leveling System, das man mittels magnetischer Halterung über/vor das Hotend stülpt. Der dann folgende automatische Leveling Vorgang klappte auf Anhieb und der erste Druck saß wie eine 1 !! Man merkt es wohl - ich bin begeistert.

FLSUN QQ. Originale Halterungen aus weichem Alu: Total verbogen.

Es gibt zahlreiche Videos zum QQ-S Pro auf Youtube, eine sehr aktive Usergruppe auf Facebook (sehr zu empfehlen, obwohl ich selbst keinen FB Account habe weil ich diesen Mist hasse) und zahlreiche mehr oder weniger sinnvolle Upgrades auf Thingiverse. Von daher spare ich mir ein großartiges Review - die meisten Reviews sind positiv und das zu recht!



Neue Halterungen, Pulleys mal übergangsweise gedruckt, bis die neuen da sind - geht!

Allerdings muss man dies immer im Zusammenhang mit dem niedrigen Preis des FLSUN QQ-S oder QQ-5 sehen. Out of the box wird man höchstens beim QQ-5 , der etwas neuer ist, glücklich. EIn paar Upgrades muss man den QQ-S spendieren, wenn man ihn im Alltag hart rannimmt. Das Problem mit den abspringenden Riemen ist den meisten Usern bekannt. Hier kann man mit kleinem Geld etwas bewirken, aber ab Werk ist das leider nicht 100% zuverlässig. 

Das Problem entsteht, weil das Chassis, obwohl durchaus sehr robust, die hohe Spannung der Riemen nicht gut verträgt und die Schrittmotoren sich in ihrer Alu Aufhängung biegen. Irgendwann stehen sie so schräg, dass der Riemen abspringt. Ist die Riemenspannung eher gering, kann der Riemen beim Drucken überspringen und es kommt zum Schrittverlust bzw. Layershift. All das ist schrecklich, lässt sich aber wie gesagt mit ein paar gedruckten Teilen beheben.

Merkwürdig unprofessionell sind auch die Schrauben, die die Pulleys auf der Motorwelle halten (sollen). Es sind keine Madenschrauben, die elegant im Pulley verschwinden sondern Linsenschrauben, die klobig und störend nach außen ragen. Das alles "ab Werk" ! Es könnte ein mißratender "Hack" des Herstellers gewesen sein, um den Riemen vor Verrutschen zu sichern. Würg.

Pulleys mit Linsenschrau


Pulley mit Linsenschrauben? Was soll das denn???

Ich habe sie durch 16er Pulleys mit ordentlicher Verschraubung ersetzt.

CR-10-S druckt Spulenadapter
Alles in allem ist der FLSUN - wenn man mal von den paar behebbaren Unzulänglichkeiten absieht - ein hervorragender (Rostock Type)! Er ist schnell, Bett Leveling ist ein Traum, die Bedienung des Touchdisplays, selbsterklärend und umfangreich, hat ein 32 Bit Board (Robin), manche mit manche ohne TMC 2208er und verfügt angenehmerweise über ein funktionierendes WiFi. Das Wifi nutze ich mit der etwas vermurksten MSKCloud App  als Plugin in Cura. Wer will, kann natürlich auch Octoprint einsetzen (wesentlich besser, kostet aber durch die notwendige Hardware/Installation erst mal mehr Zeit und Geld)

Retourenware von Amazon,Ebay und Co.?

Eigentlich wollte ich mal über den Kauf eines gebrauchten Druckers aus dem B-Ware Markt von Ebay berichten. Wer so etwas sucht, Lust, Zeit und Nerv zum Basteln hat, kann sich bei DKZG voll austoben. Hier gibt es wirklich megageile Drucker, die man sich als Reprapper nie kaufen würde (da zu teuer) für kleines Geld. Aber aufgepasst! Genau hinsehen und/oder fragen, was an den Teilen kaputt ist, fehlt, oder sonst wie eine Macke hat. Der Anbieter hat zumindest in meinem Fall, nicht so ganz deutlich ausgewiesen, was an dem Drucker nicht so stimmt. Vermutlich hat er ihn sich auch vorher nicht so genau angeschaut. Er hat jedoch am selben Tag reagiert, mir kostenlos Ersatzteile nachgeliefert und so mich nicht im Regen stehen lassen. Und er hat auch Ahnung von der Materie.

Also wer so eine High-End Gerät zum kleinem Preis sucht, kann da ja immer mal wieder stöbern. Bei manchen läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen. Geld kriege ich keins dafür, aber nach dem ersten Frust hat sich der Verkäufer durch sein schnelles und faires Verhalten diese Lob einfach verdient.

Bastelnachschub von der DKZG Retourentheke..


Fazit

Der FLSUN QQ-S PRO hat mich 199€ als Retourenware gekostet. Der Neupreis lag bei 269€ beim günstigsten Anbieter. Somit waren es "nur" 70€ Ersparnis. Allerdings wäre das bei einem praktisch unbenutzen oder nur wenige Stunden benutzen Drucker ok. Die Fehler und Probleme, die der Drucker hatte waren jedoch nicht auf den Gebrauch des Vorbenutzers, sondern auf die recht unprofessionelle Fertigung des Herstellers zurückzuführen. Ich hätte sie also auch mit einem Neugerät gehabt. Für die 70€ Budget konnte ich mir Ersatzriemen, gute Pulleys und IGUS Gleitlager sowie eine thermische Lüftersteuerung gönnen. So gesehen war das durchaus ein guter Deal, denn bei einem Neugerät wären die auch fällig gewesen. Für Nicht-Bastler empfehle ich diesen Weg jedoch nicht. Man braucht schon etwas Erfahrung und einen vollen Ersatzteilkasten um bei solchen Fällen gut durchzukommn. Für mich war das Ergebnis jedenfalls erfreulich und der Drucker hat jetzt seinen Ehrenplatz.

Jetzt suche für meinen 3D Drucker Zoo jedenfalls noch einen großen fetten Core XY und einen Drucker mit Multiextruder..... Weihnachten, Lockdown etc. da wird wohl viel Zeit zum Basteln bleiben ;-)

Samstag, 27. Juni 2015

Neuer Delta mit ungewöhnlichem Design

Dieser Delta hier ist mir heute ins Auge gesprungen. Statt fester Rods, die immer ein Ärgernis und Problem beim Kalibrieren sind, hat dieser RepRapper LoboCNC hier Angelschnur verwendet. Da es etwas schwierig zu erklären ist schaut man sich am besten die Bilder mal an und liest den Thread dazu.
Ich gestehe, dass ich mir so etwas auch mal ausgedacht, aber nicht zu Ende designet habe und daher natürlich eine Schwäche für die Idee habe. Warum sollte man das so machen? Weniger (teure) Teile = günstiger in der Herstellung = bessere Chancen am Markt wenn es einfach mal billig sein soll oder muss. Ob es dann genauso präzise und zuverlässig ist, wie die konventionellen Aufbauten muss sich noch zeigen. Aber egal: Die Idee hat Potential und ist wieder einmal ein Beispiel dafür, dass in den Deltas noch der ganz große Durchbruch steckt, da man hier auf viele Komponenten wie Gewindestangen, Lager etc. verzichten kann.
Also nicht gleich abwinken, sondern sich erst mal damit auseinander setzen. Die Idee scheint mir ganz gut zu sein.

Sonntag, 26. April 2015

Mini Delta 3D Drucker für 160€

Auf Kickstarter gibt es eine derzeit sehr erfolgreiche Kampagne für den TIKO 3D Delta Minidrucker.
Das Gerät verfügt über ein Gehäuse, das gleichzeitig als Führung für die drei Achsen des Deltas dient. Dadurch spart man natürlich viel Platz, Komponenten und somit Geld. Nebenbei sieht der Drucker auch noch ganz gut aus. Early birds konnten das Gerät sogar für 99 US$ erwerben, was zeigt welches Potential noch in der simplen Lösung steckt. Der Antrieb erfolgt direkt, die Motoren werden also mittransportiert.
Auf der Oberseite des Druckers befindet sich ein Fach für das Filament. Versprochen wird die Verarbeitung von: 
  • ABS
  • PLA
  • Nylon
  • HIPS
  • ..more(?)

Auch hinsichtlich der Software hat sich das Team etwas einfallen lassen. Der Zugriff auf den Tiko erfolgt wireless über das Smartphone, die Cloud usw. Also bequem und auch aus der Ferne.


Wer sich beeilt, bekommt noch einen Tiko für derzeit immer noch günstige 179 US$. Ausgeliefert wird laut Anbieter ab Herbst 2015. Von den avisierten 100.000 US$ sind bereits 2.5 Mio US$ (Stand heute) eingeworben. Der Tiko wird also in Serie gehen.
Hier der Link zur Kampagne des billigen 3D Delta Druckers:
https://www.kickstarter.com/projects/tiko3d/tiko-the-unibody-3d-printer?ref=category_popular

Freitag, 28. November 2014

Euromold 2014 Halle 11 3D Drucker - Bericht II


Messebericht II zur Euromold 2014

Trend: Get big, get niche or get OUT!

Um in der immer mehr ausufernden Flut von kleinen FDM 3D Drucker Anbietern nicht unterzugehen, muss man sich wohl auf diese Weisheit, die mal der IT Branche zugeschrieben wurde, besinnen. Da sich die Leistungen und der Aufbau der kleinen 3D Drucker nur marginal unterscheiden, ist es wichtig den USP - den Unique Selling Point - oder zu deutsch: das Alleinstellungsmerkmal  -heraus zu stellen. Viele Anbieter haben deshalb begonnen, großformatige 3D Drucker zu entwickeln.

Der X1000 von German RepRap bietet 1000 x 800 x 600 mm Bauraum. Somit lassen sich auch Prototypen, Mockups und ähnliches von Objekten wie Motoren oder Getrieben drucken. Unkompliziert in PLA. auch da kein beheiztes Druckbett vorgesehen ist, aber dafür verfügt der Drucker über eine extrem hohe Massenträgheit durch seine schwere Bauweise, dicke pulverbeschichte Außenbleche und ein insgesamt massiven Aufbau, der schnelle Druckkopfbewegungen auffangen kann.
Florian Bautz, Gründer von German RepRap vor dem X1000. 
Lieferbar ist der X1000 ab Anfang 2015 Preise ab 28.000 €. Da mag der eine oder andere RepRap Frickler zusammen zucken, aber als Alternative für Unternehmen, die Rapid Prototyping in Form von SLS oder DLP betreiben, ist das ein Schnäppchen und gut um den Faktor 10 bis 20 billiger als entsprechende Maschinen. Zudem ist Verbrauchsmaterial und Ersatzteilversorgung erheblich billiger und unkomplizierter da es ja irgend wie auch noch ein RepRap ist...

 Big ist in: Schnucklig ist der BigRep irgendwie schon, aber sicherlich gibt es auch ernsthafte Verwendungszwecke als beispielsweise der Druck eines orangefarbenen Plastik Beistell Tischchens (Den es bei AliExpress vermutlich für 20 $ gibt).
Aber egal: 3D Druck ist halt eine Lösung, für die nur noch ein Problem gefunden werden muss.
Wem der nicht groß genug ist, dem kann auch nicht mehr geholfen werden.

Der BigRep - ideal um sich mal ein Bobby Car auszudrucken!
Auch die Deltas, seit jeher im XXL Format auf Messen vertreten, sind noch da. Hier können sie ihre Stärke ausspielen: Hohe Objekte mit niedrigen Gerätekosten drucken. Der Aufbau ist denkbar simpel und bei großen Objekten fällt die (derzeitige) Schwäche der Deltas bei Präzision und Probleme bei der Druckbett Kalibrierung auch nicht so ins Gewicht. Dafür ist der Delta leise, schnell und in dieser Größe wesentlich billiger als ein kartesischer 3D Drucker, da er zum Großteil aus Leerraum=Luft besteht.
Na - Oozing oder Nozzle dicht?
Und hier noch ein Vertreter, der wieder mal langweilige Vasen druckt. Warum nicht mal Selena Gomez oder Phillip Lahm?

Freundliches und kompetentes Personal auf dem IGUS Stand - Grabbelkisten mit Spielzeug für große Jungs (und Mädels) - Bastlerherz was willst du mehr? IGUS hat mittlerweile ein kleines, aber feines Sortiment an Produkten, die für 3D Bastler und Hersteller hochinteressant sind. Das liegt aber auch an dem persönlichen Interesse der Mitarbeiter wie Dipl. Ing. Alexander Mühlens oder Dipl. Ing Tom Krause. Die interessieren sich auch privat für RepRap und haben daher nicht nur ein offenes Ohr für diese Besucher, sondern können auch interessante Anregungen an Entwicklung und Fertigung direkt weiter geben. So sind die auf dem Stand gezeigten 3D Drucker bis  auf den Ultimaker von ihnen selbst entworfen und konstruiert.

Deltas von IGUS, natürlich mit IGUS Komponenten.

Noch ein IGUS Delta Demogerät


Delta Drucker am IGUS Stand

Feuchter Bastlertraum - wer will so ein Sortiment nicht in der Werkstatt haben?

Linearführungen hier mal zum Anfassen und rumwobbeln

..was man damit alles bauen könnte...
 Ein - wie ich finde - sehr interessantes Produkt für RepRaper, das aber bislang nicht als solches vermarktet wird ist das iglidur Tribo Tape. Es handelt sich um eine starke (ca 0.5mm ) Folie mit hervorragenden Gleiteigenschaften und ist auch mit einer klebenden Rückseite verfügbar. Somit lassen sich komplette Linearführungen im CAD entwerfen, mit dem FDM Drucker ausdrucken und die Laufflächen anschließend mit dieser Folie (Der Ausdruck Folie ist eigentlich etwas untertrieben da sie wirklich sehr steif ist) bekleben. RepRap im besten Sinne.
Man kann sich also die Linearführung und Laufschlitten frei entwerfen und trotzdem annähernd die Laufeigenschaften von metallischen Führungen erzielen. Das dies wesentlich billiger und trotzdem individueller gestaltbar ist, leuchtet ein.
Nicht abgebildet ist hier das IGUS Filament für FDM Drucker. Mit ihm lassen sich gleitende Bauelemente wie Schlitten Führungen usw. selbst drucken!
Da gute Führungen beim Selbstbau eines 3D Druckers ein großer Kostenfaktor (beim Kossel zum Beispiel der größte Posten) sind, ist hier für kreative Entwickler erstmals die Möglichkeit gegeben, an dieser Stelle erheblich zu sparen und das Design an den Drucker optimal anzupassen.
Nicht mehr ganz neu, aber trotzdem eine Lösung für viele doppelt geführte Z-Achsen und deren Probleme: Die sphärische Trapezgewindespindelmutter aus drylin Kunststoff. Prinzip Festlager/Loslager. Eine Achse wird fest geführt, die andere erhält die sTGSM (nenn ich jetzt mal so). Durch das eingebaute Kugelgelenk können nichtparallele Bewegungen abgefangen werden und kurze Klemmer, die zu Schwankungen in der Kraftumsetzung während der Bewegung führen verhindert werden. Kostet unter 10 € und ist somit sogar günstiger als konventionelle Trapezgewindeflansche/muttern, die meist in Bronze angeboten werden.
Da guckste in die Röhre. Neue Energiekette von IGUS
Interessant war auch eine neue Energiekette von IGUS. Ein modularer Baukasten, mit einzelnen Segmenten, Haltern, Rückholern usw. die auch im Inneren eine saubere Kabelführung und Trennung beispielsweise von Energie und Signalleitungen oder anderen Leitungen ermöglicht. Durchmesser ab 3 mm ! Optimal für  3D Drucker mit Bowden Extrudern  oder für Deltas allgemein.

Gefedertes Rückholsystem mit Umlenkrolle.
Wer IGUS nicht kennt: IGUS ist ein deutscher Hersteller von technischen Kunststoffprodukten und Antriebselementen mit 2400 Mitarbeitern und Sitz bei Köln. Was aber für euch wirklich wichtig ist: Bei IGUS kann man direkt im Shop und ab Stückzahl 1 bestellen! http://www.igus.de
Insbesondere bei kleinen Firmen und Einzelpersonen widmet man sich den Projekten mit derselben Aufmerksamkeit wie anderorts höchstens bei Großabnehmern.
Einen weiteren Bericht zur Euromold 2014 gibt es unter:

http://3dptb.blogspot.de/2014/11/impressionen-von-der-euromold-2014.html




Sonntag, 2. Februar 2014

Get your own Deltabot for only 95 $!!!

No trick, no joke! You can get a fully functional deltabot for as low as 95 US$ !!
Well, it may not have been the intension of the makers who bring us this fantastic Delta Robot kit - but hey - who were we if we would not hack this thing a little bit?
First things first ( I seem to be too exited about this offer..):
Mark and Sarah have launched a Kickstarter campaign that displays a Delta Robot with a overhead mechanism, using servos and being controlled by an arduino compliant microprocessor (ATMega 328).
Very nice! But guys you did forget the HOTEND
The firmware will handle the Delta cinematics and allow you to customize it.
Now the genuie idea of Mark and Sarah was to build a Delta Robot Army for some - hmm unknown - purpose.
WE Delta printer fans know what the only reasonable purpose of this baby can be - making 3D prints !
All you need to do is to exchange the effector with it´s useless LED top (sorry Mark and Sarah, forgive me on that) and replace it with a hotend!
The 95$ Delta 3D Printer - err -Robot Kit.
Now the upside down setup of the Delta Robot is also no issue - WE Delta fans know that Delta printer can print upside down, even on a ceiling as print bed! 
...this just in case if you are too lazy to build some structure that will hold the upside down Delta Robot - well upside down.
The controllerboard for the Delta printer/robot. Can be replaced with your Arduino!
Well, I guess you got my point: With minimal means you can turn this 95 $ Delta Robot Kit into a <150 $ Delta printer!
Wow! 
Did I mention, that in my recent book on 3D printers: "Business & Technology", I expected the overhead deltabot design a bright future, because the partcount and the costs of the parts are much lower than the traditional design that we still have?
Anyway, Mark and Sarah probably read it, if not they are definitly on the right track. and if I come by at Las Vegas I will take the invitation and pay them a visit. For now: Ask Grandma, sell those rare baseball cards, cancel your wedding next week AND GO GET THIS FANTASTIC KICKSTARTER PACKAGE!

Samstag, 2. November 2013

Firmware und Slicer beim Rostock einstellen

Seit mehreren Tagen kämpfe ich mich durch die Einstellungen der Firmware und danach über Repetier-Host durch die Einstellungen.
Zunächst einmal zur Firmware:
Hier muss das verwendete Controllerboard angegeben werden. In meinem Fall war es das Sanguino. Alle geänderten Werte sind rot markiert:


// This determines the communication speed of the printer
#define BAUDRATE 250000
//#define BAUDRATE 115200

//// The following define selects which electronics board you have. Please choose the one that matches your setup
// 10 = Gen7 custom (Alfons3 Version) "https://github.com/Alfons3/Generation_7_Electronics"
// 11 = Gen7 v1.1, v1.2 = 11
// 12 = Gen7 v1.3
// 13 = Gen7 v1.4
// 3  = MEGA/RAMPS up to 1.2 = 3
// 33 = RAMPS 1.3 / 1.4 (Power outputs: Extruder, Fan, Bed)
// 34 = RAMPS 1.3 / 1.4 (Power outputs: Extruder0, Extruder1, Bed)
// 35 = RAMPS 1.3 / 1.4 (Power outputs: Extruder, Fan, Fan)
// 4  = Duemilanove w/ ATMega328P pin assignment
// 5  = Gen6
// 51 = Gen6 deluxe
// 6  = Sanguinololu < 1.2
// 62 = Sanguinololu 1.2 and above
// 63 = Melzi
// 64 = STB V1.1
// 65 = Azteeg X1
// 66 = Melzi with ATmega1284 (MaKr3d version)
// 7  = Ultimaker
// 71 = Ultimaker (Older electronics. Pre 1.5.4. This is rare)
// 77 = 3Drag Controller
// 8  = Teensylu
// 80 = Rumba
// 81 = Printrboard (AT90USB1286)
// 82 = Brainwave (AT90USB646)
// 9  = Gen3+
// 70 = Megatronics
// 701= Megatronics v2.0
// 702= Minitronics v1.0
// 90 = Alpha OMCA board
// 91 = Final OMCA board
// 301 = Rambo
// 21 = Elefu Ra Board (v3)

#ifndef MOTHERBOARD
#define MOTHERBOARD 62
#endif

Einschalten sollte man auch unbedingt den Schreib/Lesezugriff auf das EEPROM. Hier werden wichtige Grundwerte gespeichert, die man später mit der Repetiersoftware auslesen und neu setzen kann. Aber Vorsicht! Wenn man später
neu flasht, werden diese Werte gemäß den Angaben aus der Arduino IDE neu gesetzt. Hat man also etwas im direkten Zugriff auf das EEPROM mit der Repetier-Host Software korrigiert, muss man es ebenfalls in seiner MARLIN Firmware ändern, da es sonst immer wieder zurück gesetzt wird.

// EEPROM
// the microcontroller can store settings in the EEPROM, e.g. max velocity...
// M500 - stores paramters in EEPROM
// M501 - reads parameters from EEPROM (if you need reset them after you changed them temporarily).
// M502 - reverts to the default "factory settings".  You still need to store them in EEPROM afterwards if you want to.
//define this to enable eeprom support
#define EEPROM_SETTINGS
//to disable EEPROM Serial responses and decrease program space by ~1700 byte: comment this out:
// please keep turned on if you can.
#define EEPROM_CHITCHAT


Weiterhin muss der Deltamodus eingeschaltet werden:

// Enable DELTA kinematics
#define DELTA

Um dies zu erzielen, müssen die vorangestellten // Zeichen entfernt werden. Sie sind Marker für Kommentare, die zwar im Skript stehen, aber nicht ausgeführt werden. Löscht man die beiden Schrägstriche, werden die Zeilen, denen sie vorangestellt sind  also aktiviert.

Weiterhin müssen Angaben zu den mechanischen Abmessungen gemacht werden. Dies tut man unter:

// Make delta curves from many straight lines (linear interpolation).
// This is a trade-off between visible corners (not enough segments)
// and processor overload (too many expensive sqrt calls).
#define DELTA_SEGMENTS_PER_SECOND 200

// Center-to-center distance of the holes in the diagonal push rods.
#define DELTA_DIAGONAL_ROD 285.0 // mm

// Horizontal offset from middle of printer to smooth rod center.
#define DELTA_SMOOTH_ROD_OFFSET 145.0 // mm

// Horizontal offset of the universal joints on the end effector.
#define DELTA_EFFECTOR_OFFSET 33.0 // mm

// Horizontal offset of the universal joints on the carriages.
#define DELTA_CARRIAGE_OFFSET 23.0 // mm

Die Werte hier gelten natürlich nur für meinen Drucker. Wer wissen will, wie man was ausmisst, kann über diese Zeichnung einen ganz guten Überblick gewinnen:


von: Link zur Abbildung

Allerdings handelt es sich bei der Abbildung um eine Variante mit Profilen und die Abmessungen sind etwas anders. Also selber nachmessen! Bei der Centerline bin ich mir nicht ganz sicher ob das stimmt, denn sie sitzt nicht in der Mitte bei dieser Abbildung.

Weiterhin sind die Einstellungen der Endschalter wichtig. Handelt es sich um Schalter die öffnen oder schließen?
In meinem Fall habe ich Mikroschalter verwendet, die bei Kontakt öffnen.

// coarse Endstop Settings
#define ENDSTOPPULLUPS // Comment this out (using // at the start of the line) to disable the endstop pullup resistors

   // fine Enstop settings: Individual Pullups. will be ignored if ENDSTOPPULLUPS is defined

#ifdef ENDSTOPPULLUPS
  #define ENDSTOPPULLUP_XMAX
  #define ENDSTOPPULLUP_YMAX
  #define ENDSTOPPULLUP_ZMAX
  #define ENDSTOPPULLUP_XMIN
  #define ENDSTOPPULLUP_YMIN
  #define ENDSTOPPULLUP_ZMIN
#endif

// The pullups are needed if you directly connect a mechanical endswitch between the signal and ground pins.
const bool X_MIN_ENDSTOP_INVERTING = false; // set to true to invert the logic of the endstop.
const bool Y_MIN_ENDSTOP_INVERTING = false; // set to true to invert the logic of the endstop.
const bool Z_MIN_ENDSTOP_INVERTING = false; // set to true to invert the logic of the endstop.
const bool X_MAX_ENDSTOP_INVERTING = false; // set to true to invert the logic of the endstop.
const bool Y_MAX_ENDSTOP_INVERTING = false; // set to true to invert the logic of the endstop.
const bool Z_MAX_ENDSTOP_INVERTING = false; // set to true to invert the logic of the endstop.
//#define DISABLE_MAX_ENDSTOPS
//#define DISABLE_MIN_ENDSTOPS

// For Inverting Stepper Enable Pins (Active Low) use 0, Non Inverting (Active High) use 1
#define X_ENABLE_ON 0
#define Y_ENABLE_ON 0
#define Z_ENABLE_ON 0
#define E_ENABLE_ON 0 // For all extruders

Weiterhin müssen die Achsrichtungen umgekehrt werden.
Beim Extruder kommt es darauf an, welchen man verwendet. Bei Direktantrieb ist es ebenfalls bei E= auf TRUE zu setzen. Hat der Extruder ein Getriebe, dann bleibt es bei FALSE.

#define INVERT_X_DIR true   // for Mendel set to false, for Orca set to true
#define INVERT_Y_DIR true    // for Mendel set to true, for Orca set to false
#define INVERT_Z_DIR true     // for Mendel set to false, for Orca set to true
#define INVERT_E0_DIR true   // for direct drive extruder v9 set to true, for geared extruder set to false
#define INVERT_E1_DIR false    // for direct drive extruder v9 set to true, for geared extruder set to false
#define INVERT_E2_DIR false   // for direct drive extruder v9 set to true, for geared extruder set to false


Weiter:

Die nächste Einstellung beschreibt, ob beim Erreichen des Endschalters die maximale oder minimale Bauhöhe des Rostock/Deltadrucker erreicht wurde. Sofern man die Endschalter also oben am Drucker plaziert hat, ist dies der maximale Punkt. Die Z-Koordinate 0 entspricht also dem Druckbett, während alle Werte größer 0 über dem Druckbett schweben. Die Bauhöhe des Rostock kann sich ja jeder selbst bestimmen bzw. messen. Hier an dieser Stelle muss der vorgegebene Wert von -1 auf 1 geändert werden. (Wenn man die Endschalter OBEN am Gerät plaziert hat!)

// ENDSTOP SETTINGS:
// Sets direction of endstops when homing; 1=MAX, -1=MIN
#define X_HOME_DIR 1
#define Y_HOME_DIR 1
#define Z_HOME_DIR 1

Nach dem Anfahren der Endschalter muss der maximale Weg definiert werden, der ab diesem Punkt zurück gelegt werden kann. Dieser hängt natürlich von der Bauhöhe bzw. dem Bauraum ab, den man gebaut hat. Der Wert von 390 bzw 395 ist also entsprechend abzuändern. Es ist der Abstand der Düse zum Druckbett. Am besten man tastet sich hier heran. Nach dem Laden der Firmware startet man hierzu Repetier Host und versucht einen Probedruck. Dabei achtet man auf die korrekte Höhe über dem Druckbett und reguliert evtl. nach.

Die Angaben hier unterhalb, dienen dazu die Größe des Druckbetts zu bestimmen (90 mm - -90 mm =180 mm = Durchmesser des Kreises der bedruckbar ist)

#define min_software_endstops true // If true, axis won't move to coordinates less than HOME_POS.
#define max_software_endstops true  // If true, axis won't move to coordinates greater than the defined lengths below.
// Travel limits after homing
#define X_MAX_POS 90
#define X_MIN_POS -90
#define Y_MAX_POS 90
#define Y_MIN_POS -90
#define Z_MAX_POS 90
#define Z_MIN_POS -90

Geschwindigkeit der Achsen beim "Homing":
Hier ist es wichtig, die dritte (Z-) Achse auf die selben Geschwindigkeit einzustellen, wie die beiden anderen. Sonst zieht der Delta die "Z" Achse nach.

//// MOVEMENT SETTINGS
#define NUM_AXIS 4 // The axis order in all axis related arrays is X, Y, Z, E
#define HOMING_FEEDRATE {50*60, 50*60, 50*60, 0}  // set the homing speeds (mm/min)

Wenn man die Firmware hochgeladen hat, kann man damit beginnen mit der Repetier-Host Software die Einstellungen zu überprüfen.
Wichtige Kommandos:
G28 -> Fährt ganz nach oben gegen die Endschalter
M119-> Gibt unten in der Statuszeile die Zustand der Endschalter aus. So kann man auch rausfinden was X,Y und Z Achse in dem System ist.
ECHO muss dafür in der Repetiersoftware aktiviert sein.

Wichtig ist es auch, dass alle drei Achsen die selbe Verfahrgeschwindigkeit haben.
Dazu müssen alle drei Achsen die selben Werte für maximale Geschwindigkeit, Beschleunigung und Schritte pro Umdrehung aufweisen.
Wie viele Schritte der Schrittmotor für eine Umdrehung benötigt (#define DEFAULT_AXIS_STEPS_PER_UNIT), richtet sich nach den verwendeten Bauteilen (Pulley/Riemenscheibe), die Riementeilung und die Anzahl der Zähne, sowie welches Microstepping eingestellt ist. Ein praktische Rechenhilfe findet sich hier: http://calculator.josefprusa.cz/#MotorStuffSPMB.
Das Microstepping ist bei meinem Sanguino Board so geschaltet so dass ich 1/16 Schritte dort verwende. Die Einstellung erfolgt mithilfe dreier Jumper, die jeweils unter jedem einzelnen Pololu Schrittmotortreiber sitzen.

Hier ein Beispiel der Jumpersettings aus dem Wiki:

Somit führt dies zu:

#define DEFAULT_AXIS_STEPS_PER_UNIT {80, 80, 80, 172.222}  // default steps per unit for Rostock
#define DEFAULT_MAX_FEEDRATE          {200, 200, 200, 25}    // (mm/sec)
#define DEFAULT_MAX_ACCELERATION      {2000,2000,2000,10000}    // X, Y, Z, E maximum start speed for accelerated moves. E default values are good for skeinforge 40+, for older versions raise them a lot.

Sonst kommt es zu einem Fehler bei dem eine Achse schneller verfährt als die anderen und daher der Delta scheinbar in eine bevorzugte Richtung läuft.

Slic3r


Ändern sollte man natürlich auch die Konfiguration des Slic3r in Repetier Host. Dieses schneidet wie der Name bereits sagt, die CAD Daten in handliche Scheiben, die dann gedruckt werden können. Wichtigste Änderung ist die Mitteilung, dass das Zentrum beim Rostock bei 0,0 liegt. Weiterhin der Durchmesser des Filaments und der der Düse.

Unter dem Reiter "printersettings" habe ich bed size auf x= 100 und y=100 gesetzt. Vorher wollte der Drucker immer alles in eine Ecke drucken statt in der Mitte.


Wie man rechts sehen kann habe ich die Konfiguration als "Rostock-2" abgespeichert. So kann man schnell verschiedene Setups erzeugen und damit ausprobieren, wie alles klappt.