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Sonntag, 19. November 2017

Drucken ohne Support - Hage3D 6-Achs FDM Drucker

Wenn man moderne CNC Antriebstechnologie und FDM Druck kombiniert, dann kann  so etwas wie der Hage 3D 6-Achs Drucker bei heraus kommen.
Durch die vielseitig bewegliche Arbeitsplattform können Teile praktisch aus jeder Richtung additiv gefertigt werden. Auch wenn es spannend aussieht, die mechanischen Eigenschaften müssen hierbei ebenfalls berücksichtigt werden, denn die Ausrichtung der Schichtung ändert sich hier ständig und die Richtung auftretender Kräfte müssen vorher geplant und berücksichtigt werden. Sonst bricht das gute Stück bei der geringsten Belastung.
Interessante Demo bei der das Verfahren mal als 5 mal als 6-achsig beschrieben wird. Egal,  habe jetzt nicht nachgezählt, Hauptsache es geht RUND ;-)
Hier das Erklär -Video:

Sonntag, 10. Mai 2015

Multicolor drucken mit jedem 3D FDM Drucker

Multimaterial und Multifarbfähigkeit waren zwei Fähigkeiten, die in meinem Buch "3D Drucker: Business & Technik" als Zukunfsttrends für die nächsten 5 Jahre voraus gesagt wurden. Bislang tut sich die RepRap Community aber schwer, mehr als die üblichen Dual Extruder findet man selten. Die Probleme liegen in dem hohen Gewicht des Multi-Printheads und der Abstimmung zwischen den einzelnen erforderlichen Düsen. Aber es geht auch anders!
Eine Kickstarter Aktion wirbt derzeit mit einem recht interessanten Konzept für den Mehrfarbendruck. Statt eines aufwändigen Extruders werden die Farben vor dem Zuführen in einem Mixer nach Länge vermessen und farblich getrennt gesplict. Hierdurch entsteht ein durchgängiges Filament mit Farbabschnitten oder verschiedenen Materialeigenschaften. Der entscheidende Vorteil: Dieses System funktioniert ohne jegliche Änderungen am Drucker. Es können also alle Typen, Hersteller oder Selbstbauprojekte wie RepRap damit aufgerüstet werden. Der Preis liegt mit ca. 850 CAD zwar recht hoch, dürfte aber dennoch gerade für Markengeräte interessant sein, da man hierdurch keine Garantie gefährdet und keine Bastelleien notwendig sind.

Neben der angesprochenen Möglichkeit, bis zu 4 Farben zu mixen, kann man natürlich auch komplexe Objekte mit unterschiedlichen Materialeigenschaften in bestimmten Zonen verwirklichen, Beispielsweise eine druckbare Taschenlampe durch die Verwendung von leitfähigem und nicht-leitendem Filament, oder ein Mix aus fest und fleiblem Material.
Hier nochmals ein Video zur Verdeutlichung des Funktionsprinzips:

Hier der Link zum Kickstarter Projekt: http://kck.st/1d4CnBa

Freitag, 28. November 2014

Euromold 2014 Halle 11 3D Drucker - Bericht II


Messebericht II zur Euromold 2014

Trend: Get big, get niche or get OUT!

Um in der immer mehr ausufernden Flut von kleinen FDM 3D Drucker Anbietern nicht unterzugehen, muss man sich wohl auf diese Weisheit, die mal der IT Branche zugeschrieben wurde, besinnen. Da sich die Leistungen und der Aufbau der kleinen 3D Drucker nur marginal unterscheiden, ist es wichtig den USP - den Unique Selling Point - oder zu deutsch: das Alleinstellungsmerkmal  -heraus zu stellen. Viele Anbieter haben deshalb begonnen, großformatige 3D Drucker zu entwickeln.

Der X1000 von German RepRap bietet 1000 x 800 x 600 mm Bauraum. Somit lassen sich auch Prototypen, Mockups und ähnliches von Objekten wie Motoren oder Getrieben drucken. Unkompliziert in PLA. auch da kein beheiztes Druckbett vorgesehen ist, aber dafür verfügt der Drucker über eine extrem hohe Massenträgheit durch seine schwere Bauweise, dicke pulverbeschichte Außenbleche und ein insgesamt massiven Aufbau, der schnelle Druckkopfbewegungen auffangen kann.
Florian Bautz, Gründer von German RepRap vor dem X1000. 
Lieferbar ist der X1000 ab Anfang 2015 Preise ab 28.000 €. Da mag der eine oder andere RepRap Frickler zusammen zucken, aber als Alternative für Unternehmen, die Rapid Prototyping in Form von SLS oder DLP betreiben, ist das ein Schnäppchen und gut um den Faktor 10 bis 20 billiger als entsprechende Maschinen. Zudem ist Verbrauchsmaterial und Ersatzteilversorgung erheblich billiger und unkomplizierter da es ja irgend wie auch noch ein RepRap ist...

 Big ist in: Schnucklig ist der BigRep irgendwie schon, aber sicherlich gibt es auch ernsthafte Verwendungszwecke als beispielsweise der Druck eines orangefarbenen Plastik Beistell Tischchens (Den es bei AliExpress vermutlich für 20 $ gibt).
Aber egal: 3D Druck ist halt eine Lösung, für die nur noch ein Problem gefunden werden muss.
Wem der nicht groß genug ist, dem kann auch nicht mehr geholfen werden.

Der BigRep - ideal um sich mal ein Bobby Car auszudrucken!
Auch die Deltas, seit jeher im XXL Format auf Messen vertreten, sind noch da. Hier können sie ihre Stärke ausspielen: Hohe Objekte mit niedrigen Gerätekosten drucken. Der Aufbau ist denkbar simpel und bei großen Objekten fällt die (derzeitige) Schwäche der Deltas bei Präzision und Probleme bei der Druckbett Kalibrierung auch nicht so ins Gewicht. Dafür ist der Delta leise, schnell und in dieser Größe wesentlich billiger als ein kartesischer 3D Drucker, da er zum Großteil aus Leerraum=Luft besteht.
Na - Oozing oder Nozzle dicht?
Und hier noch ein Vertreter, der wieder mal langweilige Vasen druckt. Warum nicht mal Selena Gomez oder Phillip Lahm?

Freundliches und kompetentes Personal auf dem IGUS Stand - Grabbelkisten mit Spielzeug für große Jungs (und Mädels) - Bastlerherz was willst du mehr? IGUS hat mittlerweile ein kleines, aber feines Sortiment an Produkten, die für 3D Bastler und Hersteller hochinteressant sind. Das liegt aber auch an dem persönlichen Interesse der Mitarbeiter wie Dipl. Ing. Alexander Mühlens oder Dipl. Ing Tom Krause. Die interessieren sich auch privat für RepRap und haben daher nicht nur ein offenes Ohr für diese Besucher, sondern können auch interessante Anregungen an Entwicklung und Fertigung direkt weiter geben. So sind die auf dem Stand gezeigten 3D Drucker bis  auf den Ultimaker von ihnen selbst entworfen und konstruiert.

Deltas von IGUS, natürlich mit IGUS Komponenten.

Noch ein IGUS Delta Demogerät


Delta Drucker am IGUS Stand

Feuchter Bastlertraum - wer will so ein Sortiment nicht in der Werkstatt haben?

Linearführungen hier mal zum Anfassen und rumwobbeln

..was man damit alles bauen könnte...
 Ein - wie ich finde - sehr interessantes Produkt für RepRaper, das aber bislang nicht als solches vermarktet wird ist das iglidur Tribo Tape. Es handelt sich um eine starke (ca 0.5mm ) Folie mit hervorragenden Gleiteigenschaften und ist auch mit einer klebenden Rückseite verfügbar. Somit lassen sich komplette Linearführungen im CAD entwerfen, mit dem FDM Drucker ausdrucken und die Laufflächen anschließend mit dieser Folie (Der Ausdruck Folie ist eigentlich etwas untertrieben da sie wirklich sehr steif ist) bekleben. RepRap im besten Sinne.
Man kann sich also die Linearführung und Laufschlitten frei entwerfen und trotzdem annähernd die Laufeigenschaften von metallischen Führungen erzielen. Das dies wesentlich billiger und trotzdem individueller gestaltbar ist, leuchtet ein.
Nicht abgebildet ist hier das IGUS Filament für FDM Drucker. Mit ihm lassen sich gleitende Bauelemente wie Schlitten Führungen usw. selbst drucken!
Da gute Führungen beim Selbstbau eines 3D Druckers ein großer Kostenfaktor (beim Kossel zum Beispiel der größte Posten) sind, ist hier für kreative Entwickler erstmals die Möglichkeit gegeben, an dieser Stelle erheblich zu sparen und das Design an den Drucker optimal anzupassen.
Nicht mehr ganz neu, aber trotzdem eine Lösung für viele doppelt geführte Z-Achsen und deren Probleme: Die sphärische Trapezgewindespindelmutter aus drylin Kunststoff. Prinzip Festlager/Loslager. Eine Achse wird fest geführt, die andere erhält die sTGSM (nenn ich jetzt mal so). Durch das eingebaute Kugelgelenk können nichtparallele Bewegungen abgefangen werden und kurze Klemmer, die zu Schwankungen in der Kraftumsetzung während der Bewegung führen verhindert werden. Kostet unter 10 € und ist somit sogar günstiger als konventionelle Trapezgewindeflansche/muttern, die meist in Bronze angeboten werden.
Da guckste in die Röhre. Neue Energiekette von IGUS
Interessant war auch eine neue Energiekette von IGUS. Ein modularer Baukasten, mit einzelnen Segmenten, Haltern, Rückholern usw. die auch im Inneren eine saubere Kabelführung und Trennung beispielsweise von Energie und Signalleitungen oder anderen Leitungen ermöglicht. Durchmesser ab 3 mm ! Optimal für  3D Drucker mit Bowden Extrudern  oder für Deltas allgemein.

Gefedertes Rückholsystem mit Umlenkrolle.
Wer IGUS nicht kennt: IGUS ist ein deutscher Hersteller von technischen Kunststoffprodukten und Antriebselementen mit 2400 Mitarbeitern und Sitz bei Köln. Was aber für euch wirklich wichtig ist: Bei IGUS kann man direkt im Shop und ab Stückzahl 1 bestellen! http://www.igus.de
Insbesondere bei kleinen Firmen und Einzelpersonen widmet man sich den Projekten mit derselben Aufmerksamkeit wie anderorts höchstens bei Großabnehmern.
Einen weiteren Bericht zur Euromold 2014 gibt es unter:

http://3dptb.blogspot.de/2014/11/impressionen-von-der-euromold-2014.html




Mittwoch, 26. November 2014

Impressionen von der EUROMOLD 2014 Halle 11

Es ist wieder mal soweit: Die Euromold Messe Frankfurt hat ihre Pforten geöffnet und bietet neben Werkzeugmaschinen zahlreiche Anbieter additiver Fertigungsverfahren in Halle 11.
Hier ein paar erste Bilder, Eindrücke, Trends und Meinungen:

Nach wie vor ein Riesenthema: 3D Drucker für Juweliere. Hier wieder mal von KEVVOX die in Asien sehr erfolgreich damit sind. Die Drucker arbeiten mit dem DLP Verfahren, belichten also schichtweise Harz.

DLP Drucker



Silberringe - Nach dem verlorenen Form Prinzip
Nach Auskunft der Mitarbeiter am Stand ist DLP in Asien ein Renner. In Ländern wie Singapur wird der Kauf einer solchen Maschine vom Staat mit bis zu 60% bezuschusst. Während bei uns Angela Merkel noch davon redet, dass in Schulen endlich mal IT Unterricht eingeführt wird, sind die Asiaten schon am 3D drucken!
Zur Technik: Für metallene Gegenstände wie Schmuck wird zunächst das Harzmodell erstellt und dann nach dem Prinzip der verlorenen Form in Sand o.ä. gegossen.

Bodyscanning

Einen Riesenhype gibt es derzeit um das Bodyscanning. Wer sieht sich schon nicht gerne selbst? Die Goldgräberstimmung ist derzeit auf dem vorläufigen Höhepunkt - allein die Otto-Normalverbraucher scheinen es noch nicht mitbekommen zu haben. Ein Scan kostet üblicherweise so rund 30€, die Figur zwischen 50€ bis ca. 400€ je nach Größe.
Gedruckt wird üblicherweise mit Pulverdruckern.

Botspot  aus Berlin bietet ihr Bodyscanning "Botscan" System an.

Rund 170.000 € muss man für so eine Kabine anlegen..
Botspot aus Berlin, bekannt aus Funk und Fernsehen, sieht sich als deutscher Pionier im Bodyscanverfahren. Die 3D Scanner sind eine EIgenentwicklung, ebenso wie Teile der Software, die es demnächst auch einzeln zu erwerben geben soll. 64 CANON DSLR Kameras sind rundum und über der Kabine angeordnet - das kostet halt schon mal was. Für die Nachbearbeitung eines 3D Scans veranschlagt man rund 2 Stunden. Nach ca. 1.5 Tagen kann man sein Modell in den Händen halten. Botspot sucht nun Gründer die die moderne Variante eines Fotostudios eröffnen wollen. Finanzierung, Leasing o.ä. bietet man derzeit nicht an, da muss der Gründer sich selbst drum kümmern.

Low Cost Enduser Drucker Da Vinci


Drucker inklusive 3D Scanner zum Kampfpreis bei XYZ Printing
Die Da Vinci Familie wird allmählich komplettiert. Der taiwanesische Hersteller XYZ Printing hat großes vor und will den Enduser Markt aufrollen. Alle Komponenten werden in eigenen Werken hergestellt. Für Händler: Vertrieb in Deutschland erfolgt über API und COS. Die geschlossenen Gehäuse gefallen gut und sind ABS tauglich.
Ein SLS Drucker ist für 2015 in Vorbereitung.

Das Modell ohne Scanner - schönes Gehäuse, Kampfpreis!

Neues Modell mit größerem Panel und Dual Extruder
Demnächst mehr zu den Da Vinci Druckern wenn ein Testgerät vorliegt.

Messmaschine, Hexapod
Metall Printing - ein heißes Thema auch auf dieser Euromold. Viele wollen es, aber es bleibt derzeit für kleinere Unternehmen unbezahlbar. SLM oder Selectiv Laser Melting. Verfahren im Telegrammstil: Metallisches Pulver wird schichtweise aufgetragen und durch einen starken Laser selektiv geschmolzen. Der entstehende Festkörper hat angeblich eine Festigkeit von annähernd 99% des massiven Metalls. Firmen z.B. Renisha, Realizer und SLM.

SLM - Selective Laser Melting


Fahrrad Rahmenteil nach SLM Verfahren

Fahrradrahmen nach SLM, komplettes Bike wiegt 14 Kg.

SLM Maschine- Laser Metal Melting.

Preispunkt: Um die 500.000 € ...

..plus Service und Verbrauchsmaterial. 

SLM Dental/Medical Objekte

Anwendung für SLM. Auch Titan und andere harte Metalle..

...können gefertigt werden


Feinste Strukturen nach SLM. Metal direkt drucken...

Man beachte das gedruckte Gitter!


Realizer SLM Drucker gibt es bereits ab 150.00€ - ein Schnäppchen sozusagen!


Verwendbare Edelmetalle für SLM

Super filigran aus Metall - direkt aus dem SLM Drucker! 

Und immer wieder Schmuck...

..direkt im SLM Verfahren aus Gold, Silber oder Palladium gedruckt


MCOR Paper 3D Printer


Mcor - 3D Papierdrucker

Durchgängig farbig...

Angenehme warme Haptik...



Mcor - der Boss höchstpersönlich


Mcore: Dieses gute Stück unseres Vorfahren hat 80 Stunden gebraucht

THK slide (Japan)


THK (Japan) macht die Welle und will ganz groß bei 3D Druckern zuliefern..

..DLP 


Muster aus dem DLP Verfahren

Nochmals DLP Harzer
Hier geht es zum zweiten Teil des Messereports: