Donnerstag, 23. Januar 2014

Achsen des Rostock kalibrieren

Normalerweise werden die Achsen ja über den Riemen, das Riemenrad (Pulley) bzw. dessen Zahnung, das Stepping (1/16 oder 1/8) und die Schritte pro voller Umdrehung des Schrittmotors (üblich 200 bei Spitzenmodellen auch 400) errechnet.
Hierfür gibt es aber auch Onlinerechner wie der von Pruza:
http://calculator.josefprusa.cz/#MotorStuffSPMB

Zunächst habe ich den auch benutzt, wenn man aber nicht mit diesen errechneten Werten auf befriedigende Ergebnisse kommt, dann kann man sie auch einfach durch Probieren anpassen.

Man kann aber diese Berechnungen auch durch Messungen ersetzen, was in diesem Fall zuverlässiger ist, wenn man das Modell noch nie gebaut hat.
Deltabots eignen sich hierfür ganz besonders gut, da alle drei Achsen gleich gebaut sind und die selben Parameter haben.

Zunächst einmal müssen aber die Parallelstäbe möglichst alle gleich lang sein. Hierzu nimmt man eine Lehre und prüft den Abstand der Gelenkköpfe. Sie müssen alle das selben Maß haben (bis auf ca.+- 0.05mm). Die Lehre besteht aus einem einfachen Brett auf dem man zwei Schrauben mit dem Kopf in einem gewünschten Abstand aufklebt.

Dann legt man die Stäbe mitsamt den Kugelgelenken auf diese Messlehre und stellt den Abstand zwischen den Löchern so ein dass alle Stäbe gleich lang sind. Ich hatte die Kugelgelenke nicht geklebt, wie es viele machen, sondern mit Gewinden versehen und auf die Stäbe aufgeschraubt. Durch Drehungen kann man dann die Länge der Stäbe einstellen, wobei man etwas eingeschränkt ist, da die Kugelköpfe ja immer zueinander ausgerichtet sein müssen, sie man also nicht 90° zueinander verdreht verwenden kann.

Um nun zu ermitteln wie groß die Abweichung vom errechneten Wert ist, müssen wir zunächst einmal - nach dem Abstimmen der Parallelstäbe - an den Nullpunkt fahren (Homing).

Von dort aus misst man nun den Abstand der Düse zum Druckbett.

Diese, möglichst genau gemessene Höhe trägt man dann in der Firmware in folgenen Eintrag anstelle von XXX in Millimetern ein:

#define MANUAL_Z_HOME_POS XXX // For delta: Distance between nozzle and print surface after homing.

Bei Nachkommastellen bitte darauf achten, dass diese mit einem Punkt vom Ganzteil getrennt werden!

Nun wird Repetier-Host o.ä. aufgerufen und vom Nullpunkt aus eine Fahrt zum Druckbett durchgeführt. Hierzu gibt man folgenden G-Code ein:

g1 Z0 F2000

F2000 ist eine moderate Beschleunigung man kann sie natürlich auch geringer wählen. In jedem Fall muss der Mauszeiger und somit der Finger auf dem Notausschalter von Repetier-Host ruhen, denn die Düse kann bei dieser Fahrt crashen!

Tut sie das nicht und stoppt die Düse einige Zentimeter vor dem Auftreffen auf die Druckebene, so kann man jetzt damit beginnen, die echten Schritte pro mm durch Annäherung zu ermitteln.

Damit man nicht jedes Mal die Firmware neu hochladen muss, kann man sich diese Daten jedoch auch über das auslesbare EEPROM holen, sie verändern und wieder zurück schreiben. Später sollte man den endgültig ermittelten Wert aber auch in der Firmware eintragen und sie abspeichern, damit die Daten konsistent bleiben.

Für den Fall, dass die Düse des Hotends die Druckebene nicht erreicht hat, muss man den Wert im Repetier-Host erhöhen. Dies sollte man in kleinen Schritten tun und zwar so lange bis die Düse fast die Druckebene erreicht und nur noch ein Blatt Papier zwischen Düse und Druckbett passt.

Wäre die Düse in das Druckbett gecrasht, so muss der Wert verringert werden.

Dann wird eine neue Messfahrt zum Nullpunkt und dann wieder zur Druckebene durchgeführt. Auf diese Weise erhält man dann einen sehr guten Wert für die Auflösung des Antriebes des Deltabots.

Der Eintrag in der Firmware findet sich hier:
#define DEFAULT_AXIS_STEPS_PER_UNIT   {81,81,81,128}  // steps per unit

Dienstag, 3. Dezember 2013

Bilder von der Euromold Frankfurt 2013

Heute war ich den ganzen Tag auf der Euromold Messe in Frankfurt. Nach einigen Pflichterminen bei dem Metallern, Maschinenbauern und Formenbauern kam ganz zum Schluss die Kür. Die additiven Fertigungstechniken in Halle 11.
Neben einem launigen Treffen mit den üblichen Verdächtigen vom FFM Hackerspace am Stand der FH Darmstadt, Besuch bei vergleichweise filigranen 3D Drucken.
Makerbot waren da. Cubes gab es zu sehen, die Deltaprinter aus der Schweiz, Filamente, Filamente und viele Probedrucke.
Kommentieren werde ich es später.
FDM war hier ein wenig abgemeldet, die Krone geht derzeit an die DLP Drucker, die mit DLP Beamren layerweise mit High Speed und unglaublichen Auflösungen fantastische Drucke erzeugen. Zumindest bei kleinen Objekten ist die Qualität derzeit unschlagbar. Aber seht selbst:
Kevvox
Die Firma aus Singapur zeigt ihren DLP Drucker.
Soweit nichts Neues, die gezeigten Exponate sind von hervorragender Qualität, aber auch die Preise sind üppig: 10.000 $ - 20.000€ für die Maschine, von der es zwei Ausführungen gibt - 400 $ für 1 Kg Harz...
Aber für die von allen DPLern anvisierte Kundengruppe der Zahntechniker und Juweliere ist das sicherlich Kleingeld.







Eine eigens entwickelte Software berechnet Supportstrukturen und fügt diese automatisch ein.
Die graue Emminenz vom FFM Hackerspace. Diskutieren, klauen die Gummibärchen vom Stand ...
 ..und erzählen sich Schoten und Zoten...
Michael aka  Hardwarekiller hat sich in den Fabster verliebt" Das wird mein nächster 3D Drucker!"
 Original ......

 ..und Fälschung. Nein, im Ernst: Bit for Bytes wurde aufgekauft und der Drucker mit minimalen optischen Anpassungen jetzt als CubeX wieder belebt.


Ein Pionier in der 3 D Drucker Branche: mcor mit ihren Papierstaplern.

 Sehr beeindruckende neue Ausdrucke waren zu sehen - Bei mir natürlich zuerst!

 Hier sieht man envisiontec mit einem riesigen Stand und vielen Demoteilen.

 Diese Geräte hier von envisiontec sind ebenfalls DLP Drucker.
Wir erinnern uns: DLP ist die Technologie, bei der ein Beamer schichtweise ein Modell aus lichtempfindlichem Harz aufbaut => schnell und feinste Details möglich.

Modelleisenbahn Modelle in sehr hoher Qualität. Der Schichtaufbau ist praktisch nicht sichtbar. Die Modelle könnten allerdings auch noch nachbearbeitet worden sein. Trotzdem: Wer solche feinen Strukturen benötigt, kommt derzeit an DLP nicht vorbei.



 Filigranarbeit. Spinnentiere 1:1. Das Filigranste was man auf dieser Messer sehen kann!

 Er passt auf, dass keiner was klaut...
 Noch ein Beispiel für Filigranarbeit von envisiontec. Sehr beieindruckend.
 Insbesondere das kleinste Modell ist nur noch mit der Lupe oder dem Makro erkennbar. Feinste Details sind ausgeführt. Layer oder Artefakte praktisch nicht erkennbar.
 Auch ein Produkt von envisiontec. der 3D Bioprinter. Eigentlich ein profaner Dispenser. Aber recht genau, mit automatischen Werkzeugwechsel und bereits in der 4. Generation macht er einen sehr soliden Eindruck. Ideen für Einsatzbereiche gibt es viele, aber die Zahl der echten Anwendungen liegt wohl derzeit noch bei 0.
 Voxeljet: Der rote Kasten im Hintergrund ist ein 3D Drucker! Wohl der Größte dieser Messe!
 Auf der gegenüberliegenden Seite werden wieder mal die Juweliere mit billig und schnell zu produzierendem und - auf dass das Goldschmiede Handwerk endgültig aussterbe...
Tristan kommt aus Broklyn / New York und durfte nach seiner Ankunft in Frankfurt eine ganze Stunde schlafen bevor es auf den Stand ging. Er ist trotzdem glücklich bei einer so tollen Firma zu arbeiten... Ähh btw: Er zeigt das neuste Highlight von makerbot - irgend einen zwei-Laser-Streifenlichtprojektions-3D-Scanner für läppische 1400 US Dollar. Sowas gibt es für 300$ bei Kickstarter, Leute!
Wir wollen mal etwas wirklich neues von euch sehen.
Wer hat´s erfunden ? Die Schweizer ? Nein, ein Ossi aus Rostock, das wollen wir in Frankfurt (Main) mal klarstellen!


Auch Formlabs wagt sich in den Dunstkreis der DLP Drucker Hersteller, wenn auch mehr im Reprap-Style. Kann der Drucker etwas, was all die anderen nicht können? Die Frage ist bei DLP weniger, was man für den Drucker bezahlt als was das Harz kostet. Es wird nachgefragt....




Freitag, 29. November 2013

Rostock Deltaprinter druckt Kossel

LINK-NAME Das ist schon witzig: Der Rostock, der gerade mal zwei Wochen läuft druckt derzeit bereits seinen Nachfolger....
Zunächst wollte ich den Rostock noch optimieren, kalibrieren und sow eiter. Dann aber war mir das Gesamtkonzept zu wackelig. Hohe Präzision bei hoher Geschwindigkeit lässt sich so nicht umsetzen. Einfacher ist es da schon den komplett neu konstruierten Kossel zu verwenden. Steht ja auch so in meinem Buch ;-)
So gräbt der Rostock gerade also sein eigenes Grab. Einige Fehldrucke wird es noch geben, aber dann ist der Umzug in den neuen Kossel Rahmen angesagt.
Hier die Grabrede:

Freitag, 22. November 2013

Lisa Simpson ein neues Konzept

LINK-NAME Gespannt verfolge ich die Diskussion in der Deltabot Sektion des RepRap Forums über eine neues Projekt von Nicholas Seward. Er hat vor, den auch recht neuen Simpson mit einem Deltabot zu kombinieren. Die Idee gefällt, da man - theoretisch zumindest - mit sehr wenigen Bauteilen auskommt und die meisten davon sogar gedruckt werden können. Der Teufel steckt wie immer jedoch im Detail und man muss mal abwarten wie das Ganze so klappt.
Hier ein erstes eindrucksvolles Video: