Sonntag, 19. November 2017

Drucken ohne Support - Hage3D 6-Achs FDM Drucker

Wenn man moderne CNC Antriebstechnologie und FDM Druck kombiniert, dann kann  so etwas wie der Hage 3D 6-Achs Drucker bei heraus kommen.
Durch die vielseitig bewegliche Arbeitsplattform können Teile praktisch aus jeder Richtung additiv gefertigt werden. Auch wenn es spannend aussieht, die mechanischen Eigenschaften müssen hierbei ebenfalls berücksichtigt werden, denn die Ausrichtung der Schichtung ändert sich hier ständig und die Richtung auftretender Kräfte müssen vorher geplant und berücksichtigt werden. Sonst bricht das gute Stück bei der geringsten Belastung.
Interessante Demo bei der das Verfahren mal als 5 mal als 6-achsig beschrieben wird. Egal,  habe jetzt nicht nachgezählt, Hauptsache es geht RUND ;-)
Hier das Erklär -Video:

Donnerstag, 16. November 2017

formnext 2017 3D Printing Technology Exhibition Frankfurt

Paid the 2017 formnext in Frankfurt Germany a visit. The show has evolved from the former Euromold show, but now is focussed on additive manufacturing.
formnext 2017 3D printer
This year´s megahype "Metal Printing" and new players in the game.
Metal printing is all around no matter where you look. Plastik printers such as FDM or DLPs have lost a lot of presence here. Companies like Desktop Metal or Markforge present their new desktop friendly 3D printers based on metal powder sintereing, after dispensing a solution and burning away the binder that holds the tiny metal balls. Large players such as HP or GE have large booths to show off their product lines and services. Even DMG Mori formerly also known as Deckel-Maho-Gildemeister a merger of the largest German toolmachinery manufatures are now openly promoting 3D (metal-) printing.
Still lots of stuff to see. XYZ printing has begun to diversify their product line even further now coming with FDM, DLP and even small metal powder printers. Also new large scale FDMs are available. 
XYZ is also offering old style powder printers

Larger volume FDM 3D printer from XYZprinting

Large part made by the large volume 3D printer

Metal powder 3D printer by XYZprinting (SLS)

Specs of the 3D metal powder SLS printer
In my videoreport I not only tested my 28€ ebay smartphone and its camera from china, you will also see some filament making machine, a low cost DLP printer, that uses your mobile phone to print quite amazing quality objects (I could not be veryfied if those samples where really from the printer, but I think for this price, it is worth a try). I mentioned this product in this blog 2 years ago.
Also see some 3D printed art and fossils, the biggest commercially available FDM 3D printer in the world - and no, it is not BigRep, a nice 3D printed fidget spinner and much more. Best is listen to it with headphones, to better capture spoken words, due to the noise in the exhibition halls. The show was rather full, everybody in good mood. Industrial mass production and metal printing are the two big keywords. Additive metal working machines believe to be mature enough to use them instead of tradional machines such as lathe etc. Depending on the product type, the whole productions could be converted and simplified. One Machine instead of many. Low volume production is fast and can be  achieved with minimal costs regarding molds etc.
My tip: There is a booth with free industry magazines in aile H. Go there and grab some of the free copies. Some of them are only available for visitors of the exhibition, so you might still find unread information on the market and technology there, that does not appear on the internet. 
Free industry news mags.
Job seekers or serious busisness people get them!
Also, if you are intested in the production technology, go to the 3DHubs boot at H90. they have a free (hope still is) copy of their 300 pages 3D printing handbook there. Get one, you may not get it lateron in the free market. Who knows. Interesting stuff on the differences between various additive manufacturing methods, designrules, limitations etc.
What is also nice with this small fair is that you find a lot of visitors areas, where you can sit down, rest, meet or just exchange impressions with someone. There are also spots for recharging your mobiles or laptops.  Again_ Check out the relaxed video of day 1 of the formnext 2017 show. covering about 3 hours and 50% of one hall (3.0) of two.

Here again the video:


Dienstag, 12. September 2017

3D Full Color FDM Printer von XYZ printing

Lange Zeit war es etwas ruhig um XZY Printing geworden. Zum Start bot der große chinesische Hersteller erstmals professionell gestaltete voll eingehäuste 3D FDM Drucker zu Kampfpreisen deutlich unter 1000 €. Nun ist dieses Segment in letzter Zeit durch billige DIY Sets aus China stark unter Druck geraten. Für einen guten Prusa I3 zahlt man heutzutage keine 150€ mehr als vormontierter Bausatz. XZY hat sich aber nicht auf dem kurzen Strohfeuer ausgeruht, sondern bringt nun den - nach eigener Aussage - ersten 3D Vollfarb FDM Drucker. 
Dieser ist eine Kombination aus herkömmlichen FDM Drucker und einem HP ähnlichen Deskjet Druckkopf. Daher auch die Betonung auf Vollfarbe. Entgegen anderen Multiextrudern hat dies auch Nachteile, denn bei einem 3-fach oder 4-fach Extruder können Probleme mit einem einzigen Extruder schon den gesamten Druck ruinieren und zwar nicht nur farblich, sondern auch strukturell.
Auch ansonsten hat XYZ Printing die Drucker weiterentwickelt. So wurde wohl auf die User gehört und die Autobedleveling Funktion automatisiert. Die war bei den alten Geräten recht umständlich und fehleranfällig. Ein Vollfarb LCD Display gehört auch zu den neuen Features, ebenso wie ein flexibles Druckbett, das die bruchgefährdeten Glasplatten ablöst.
Eine sehr interessante Entwicklung, die ich im übrigen in meinem 2012 bei adrenalinemedia herausgegeben Buch "3D Drucker-Business & Technologie" für das Jahr 2017 prognostiziert hatte.
Man muss jedoch einschränken, dass das Verfahren derzeit nur mit PLA funktioniert. Für ABS bräuchte man wohl andere Tinten, damit sie darauf haften. Auch muss es sich in der Praxis erst mal zeigen wie gut das alles zusammen spielt. Die gezeigten Demodrucke wirken denn auch etwas blass. Aber auch daran lässt sich ja sicherlich noch etwas tunen. Preis und Verfügbarkeit wurden bislang noch nicht mitgeteilt.
Falls XZY Printing, so wie in 2015, ein Demogerät zur Verfügung stellt, berichte ich gerne mehr.

Freitag, 8. September 2017

Neue kostenlose Software von Prusa - Prusacontrol

First Look auf die neue Prusacontrolsoftware
Josef Prusa entwickelt sein ehemaliges REPRAP Projekt in Riesenschritten zu einem professionellen Unternehmen weiter. Nach letzten Meldungen beschäftigt er mittlerweile 140 Mitarbeiter und liefert monatlich 6000 seiner Prusa Drucker aus. 
Nun hat er es wahr gemacht und eine neuste eigene Software vorgestellt. Der Slicer dort basiert auf dem Slic3r Kern und bietet viele neue Funktionen, wobei das Frontend stark vereinfacht wurde. So sollen komplizierte Eingaben wegfallen, fehleranfällige Kombinationen abgefangen werden und im Backend trotzdem ein umfangreiche Settings für Profis möglich sein. Sein Traum ist es, ein Objekt zu laden und einfach auf "Drucken" zu klicken um ein perfektes Druckergebnis zu erhalten.  
Prusa nennt als Beispiel das Abfangen von unsinnigen Einstellungen wie das Drucken von Layerwood mit minimalen Schichtstärken oder flexible Filamente in zu hohen Geschwindigkeiten. Die Software ist aktuell in Englisch und Tschechisch verfügbar, andere Sprachen sollen nach und nach implementiert werden.
Prusacontrol ist ab heute kostenlos verfügbar. 
Hier der Link zur Downloadseite:

101Hero Pylon Delta Drucker - Installation über USB

Nachdem der Drucker zusammengebaut und richtig verkabelt wurde, kann man sich an die Verbindung zum PC wagen. Das ist kein Muss, denn der HERO verfügt über einen SD Karten Slot der unabhängiges Drucken ermöglicht. Einfach die zu druckende Datei auf der SD Karte unter dem Titel 101HERO ohne Endung speichern, die Karte einlegen und los sollte es gehen. Theoretisch zumindestens.. aber dazu später mehr.

Kabel für den 101HERO
USB 2.0 B Kabel
Wer aber gerne mal Zugriff auf einzelne Funktionen des Druckers hat, um beispielsweise den Drucker mal manuell zu verfahren, zu testen oder zu tunen, muss über den USB Port der Controllerbox des HERO gehen.
Zunächst einmal benötigt man hierfür ein USB 2.0 B Kabel. Dies liegt nicht bei muss daher extra besorgt werden und ist heutzutage schon recht selten geworden. Unten findet ihr einen Link wo ihr es bestellen könnt oder nachschauen ob so ein Kabel nicht doch irgendwo herum liegt. Tipp: Bei (Papier- ) Druckern ist dieser USB Anschluß noch recht häufig in Verwendung.

Windows Gerätemanager

Hier kam es im vorliegenden Fall zumindest, zu Problemen. Egal ob Cura oder Repetier, es ist nicht möglich eine Verbindung über den USB Port zu erstellen. 

Ursache ist hier ein fehlender Treiber wie der Blick in die Windows Systemeinstellungen verrät. Unter "Andere Geräte" zeigt der Windows Geräte-Manager ein Problem mit dem CP2102 USB to UART Bridge Controller. Dies ist der Chip auf dem Board des HERO.

Klickt man auf dieses Gerät um weitere Informationen über dessen Status zu erhalten, erhält man die Meldung, dass der entsprechende Treiber nicht (automatisch) installiert werden konnte. Also muss versucht werden den Treiber im Internet zu finden und ihn manuell zu installieren. Eine kurze Google Suche fördert dann auch den Treiber zutage.

Diesen muss man von der Website herunterladen.


Der USB Treiber fehlt im Standard Windows und wird auch nicht gefunden.
Die Dateien sind per ZIP komprimiert, müssen also nach dem Download entpackt werden. Nach der kurzen Installation ändert sich die Statusmeldung im Windos Geräte-Manager zu "Das Gerät funktioniert einwandfrei". Das hört sich gut an, einen Neustart sollte man dennoch zunächst ausführen, damit alle bisherigen USB Parameter zurück gesetzt werden.

Installation des USB Treibers für den 101 HERO


Status im Gerätemanager nach Treiberinstallation

Tatsächlich kann Repetier nun erfolgreich mit dem Drucker verbunden werden. Als erstes sollte man nun die Druckerparameter dort richtig einstellen, denn Werkseinstellung für einen neu erkannten Drucker ist immer erst ein kartesischer. Dies ändern wir nun unter dem Reiter: Konfiguration- Druckereinstellungen.
Standard Einstellung vor Konfiguration
Bei den Daten geben wir die Bauform (Rostock..) ein und wählen als druckbarer Bereich 150 mm Durchmesser und 110 mm Höhe aus. Für den Anfang genügt uns das, die Software weiß nun wie der Drucker aufgebaut ist und arbeitet entsprechend.
Einstellung nach Konfiguration
Viel Erfolg nun mit den weiteren Schritten! Nicht vergessen, auch die anderen Parameter im Repetier anzupassen. So beispielsweise im Slic3r  Profile für den 101HERO, in denen die Printgeschwindigkeiten usw. festgelegt werden. 


Repetier Host (oder Server) - Kostenlose Software zum Steuern des 101HEROs über einen PC, MAC , etc.


USB Kabel für Verbindung vom PC zum 101HERO z.B. bei Amazon



Donnerstag, 7. September 2017

101Hero Pylon Delta Drucker - erste Eindrücke und Erfahrungen

Hallo ich bin der Neue! Der 101 Hero Delta Drucker hat nun auch seinen Eingang in meine 3D Drucker Kollektion gefunden - der Trend geht ja zum Fünftdrucker.... Nein, mal im Ernst, wenn schon keine Normaluser 3D Drucker kaufen, dann müssen wir Freaks doch den Markt oben halten, oder? Für gerade mal 70 € habe ich den Bausatz bei Ebay geschossen, da konnte ich einfach nicht widerstehen. Einmal mit der Familie beim Chinesen essen gehen kostet mehr...
101 Hero Delta Pylon Drucker von Kickstarter
Zunächst habe ich das ehemalige Kickstarterprojekt verächtlich und mit gerümpfter Nase als Wackelkram abgetan. Dann jedoch sah ich einen aufgebaut im Frankfurter Hackerspace und war überrascht. Es war nämlich ... Wackelkram. Aber egal, so ein schnuckliger kleiner Delta für die Kinder, für Shows und Messen, für die Schule. Irgend einen Grund findet sich doch immer zum saufen oder Gadgets kaufen. 
Hier sind wir nun, dank Peter vom Hackerspace FFM ist der kleine Delta unter fachkundiger Anleitung von Ingenieuren und Informatikern und Informatik Ingenieuren, zusammengeschraubt worden ( 6 Teile ). Das ganze hat nur 3-4 Stunden gedauert, ein Laie hätte vielleicht 15 Minuten benötigt, aber dabei bestimmt diesen Akt nicht so genossen. Spaß beiseite: Es gibt im Internet eine ganz gute Upgrade Anleitung, die denn Spielzeugdelta, der offiziell mit 14 mm/s maximal herumkreiselt auf bis zu 70 mm/s tunt. Allerdings sind einige Eingriffe hierbei so schwerwiegend, dass der ursprüngliche Plastikspielzeugcharakter verloren geht. Außerdem bekommt man dann für dasselbe Geld einen ordentlichen 3D Delta mit Aluprofilen, Autobedleveling und Heated Bed aus China. Ich werde in den nächsten Wochen und Monaten mal versuchen was man für ganz kleines Geld an dem 101Hero so machen kann, damit er ordentlich druckt. 

Geplant ist: 
- Erhöhung der Ruhemasse um 1-3 Kg - Kosten? 
- Ersatz des Extruders durch einen E3D V6 - Kosten ca. 10€ plus Bowden Extruder ca. 10€ 
- Evtl. ein gedrucktes nivellierbares Printbett 
- Evtl Tausch der Schrittmotoren gegen NEMA 14, Kosten ca. 15€ 
- Kleine Detailverbesserungen für mehr Stabilität und Präzision 
 So maximal 50€ wollte ich als sinnvolles Budget ansetzen, der Drucker soll nicht entkernt und per Overkill verfremdet werden. Schauen wir mal wie es läuft :-) 

Zum Aufbau: 
Der 101 Hero kommt in einer kleinen Box mit vormontierten Achsen. 
Giftbox 101Hero Delta Drucker
Diese müssen mithilfe von 12 Schrauben an den beiden Platten befestigt werden. dann wird der Extruder an den Armen verschraubt und die Steckverbindungen, die gut gekennzeichnet, sind kontaktiert. Ein SD Karten Adapter wird noch angesteckt, dann ist eigentlich der Aufbau erledigt. Es gibt ein paar Feinheiten bei der Kabelführung zu beachten, diese sind aber in der beigelegten guten Anleitung beschrieben. Nach dem Aufbau wackelt der Delta noch wie der schiefe Turm von Pisa, aber daran werden wir ja noch etwas feilen.... Stay tuned!

Den Bausatz gibt es als Direktbezug aus China, dann allerdings plus Zoll, evtl. Versand und Einfuhrumsatzsteuer, oder in Deutschland z.B. bei Amazon unter diesem Link http://amzn.to/2eNsVsv.

Dienstag, 25. Juli 2017

Low Cost 3D Scanner arbeitet mit Wasser und kann verdeckte Stellen erkennen.

Einen neuen Ansatz zum 3D liefert ein Team aus Forschern von den Einrichtungen  Tel-Aviv University, Shandong University, University of British Columbia und der Ben-Gurion University .

Anstelle eines optischen Verfahrens tauchen die Forscher das Scanobjekt schichtweise in Wasser. Pro Schicht wird dann das verdrängte Volumen ermittelt,was ja noch recht einfach ist. Als nächstes wird das Scanobjekt in einem anderen Winkel getaucht um so weitere Voluminadaten zu erhalten. Die genaue Ermittlung der tatsächlichen Hüllen aus den Voluminas wird zwar nicht beschrieben, es ergeben sich hierdurch jedoch tausende von unabhängigen Variablen, was beispielsweise ein Gleichungssystem/Matrizenrechnung etc. als eine denkbare Lösung zulässt.
 
Vorteil des Verfahrens ist die Möglichkeit Hohlräume, verdeckte Geometrien innerhalb des Objekt, die normalerweise von außen von einer Kamera im 3D Scan nicht erfasst werden können, zu ermitteln. Die Anzahl der Durchgänge erhöht zudem die Genauigkeit des Scans. Hier liegt auch schon das größte Manko des Verfahrens - es ist sehr langsam.
Ein kurzes Video zeigt die Anwendung samt einiger Beispiele:

 Um eine hinreichende Präzision zu erzielen muss das Scanobjekt mehrere hundert mal getaucht werden und das dauert nun mal. Trotzdem scheint es ein vergleichsweise günstiges und trotzdem leistungsfähiges Prinzip zu sein, das sich lohnt weiter verfolgt zu werden.

Dienstag, 30. Mai 2017

Einsteiger Kaufberatung und Empfehlungen für 3D Drucker

Kaufberatung 3D Drucker

Wer sich erstmals einen 3D Drucker zulegen möchte, benötigt einiges an Hintergrundwissen um nicht vor den technischen Hürden zu scheitern und das Geld sinnlos auszugeben.
Im Mittelpunkt der Auswahl sollte- neben dem Budget- die Anwendung stehen, für die man meint einen 3D Drucker zu benötigen.
Wer Prototypen, oder Einzelstücke in einer vergleichsweise groben Auflösung herstellen möchte, dem genügen sogenannte FDM oder auch FFM Drucker genannte Geräte. Grob ist hier natürlich relativ, feine Strukturen wären beispielsweise Insekten oder aufwendige Schmuckstücke. Um solche Werke herzustellen muss man sich nach sogenannten DLP oder SLS Druckern umschauen. Diese erzeugen ihre Objekte mittels Laserstrahlen oder dem Licht vergleichbar dem eines Beamers.
Die Preise für die letztgenannten Geräte sind auch um ein Vielfaches höher (Einsteigermodelle ab ca. 1000€) zudem verwenden sie ein flüssiges Harz (ca. 100€ pro Liter) zum Erzeugen der 3D Objekte und sind daher von der Handhabung, der Reinigung und der Entsorgung der chemischen Abfälle her nicht so einfach.
Beschränken wir uns hier also vorwiegend auf die sogenannten FDM Drucker, die ein dünnes Kunststoffkabel aufschmelzen und damit ein Objekt erzeugen, vergleichbar einer feinen Heißklebepistole.


Fertiggerät oder Selbstbaukit

Wer noch nie einen 3D Drucker betrieben hat, sollte es sich genau überlegen ob er sich an ein Selbstbaukit ( oftmals als DIY also Do-it-Yourself bezeichnet) heran wagt.
Obwohl diese Kits mittlerweile für weniger als 200€ vormontiert angeboten werden, sind die Hürden für einen störungsfreien Betrieb doch erheblich. Gute Kenntnisse in Software, Hardware und Elektronik werden unbedingt vorausgesetzt. Ansonsten dauert der Zusammenbau lange und ohne Hilfe aus Foren oder einem Makerspace, wird der Drucker kaum zuverlässig und präzise werden.
Ein häufig angebotenes Modell ist der Prusa i3. Es handelt sich hierbei um ein sogenanntes REPRAP Konzept, einer Open Source/Open Hardware Community, die diesen Drucker gemeinschaftlich entwickelt und die Baupläne der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Chinesische Anbieter haben diese Baupläne verwendet um günstige Selbstbaukits und Fertiggeräte auf den Markt zu bringen. Der Vorteil beim Kauf eines Prusa i3 Klons, besteht in der riesigen Nutzerbasis- der Prusa i3 dürfte heute der meist verbreitete 3D Drucker der Welt sein- dementsprechend findet man überall Tipps und Tricks sowie Hilfe im Internet.

DIY ist billig, birgt aber auch Gefahren

Viele Hersteller bieten auch DIY Kits an, da sie so die Verantwortung für das Fertiggerät, dem Erbauer übertragen. Dies bedeutet jedoch, dass diese Geräte eigentlich weder über eine CE Zertifizierung noch über das Siegel von TÜV usw. verfügen. Da die 3D Drucker an der Netzspannung laufen und manche Komponenten über 200°C heiß werden, besteht, gerade beim Selbstbau durch Laien ein nicht zu unterschätzendes Feuer- und Stromschlagrisiko!

Kartesisch oder Delta ?

Zwei wesentliche Typen kann man anhand der Bauform unterscheiden: Der kartesische Drucker hat ein ganz konventionelles XZY Achsensystem. 
Typischer Delta Drucker. Quelle Ebay

Welche Achse dabei welche Aufgabe hat, variiert von Modell zu Modell. So gibt es karteische Drucker, die eine auf und absenkbare Plattform haben (Ultimaker z.B.) andere verfahren einen Schlitten über einer in der Höhe feststehenden Druckplattform (Prusa i3 z.B.).
Häufigster kartesischer Drucker Prusa i3, Quelle: RepRap.org

Anders hingegen der sogenannte Deltadrucker ( Modelle nennen sich „Kossel“ oder „Rostock“). Hier gibt es keine klassischen 3 Achsen, sondern drei Stäbe, die einen Druckkopf in die jeweilige Position bringen. Die Einstellung dieser Stabkinematik ist sehr anspruchsvoll und hängt zunächst einmal von der Präzision beim Zusammenbau ab. Wer also hier nicht auf Zehntel Millimeter genau arbeitet, bekommt am Ende keine hochwertigen Druckergebnisse. Die Stärke der Deltadrucker liegt im Erzeugen von hohen Objekten wie Vasen, Rohre, Gläser, Flaschen usw.
Delta Drucker sollten sich nur fortgeschrittene Benutzer zutrauen, insbesondere dann, wenn sie selbst zusammengebaut werden müssen.
Der Einsteiger-auch wenn er über Fachwissen in der Mechanik und Elektronik bereits verfügt- sollte zunächst mit einem „normalen“ kartesischen Drucker starten.


ABS oder PLA?

Neben anderen selteneren Kunststoffen sind hauptsächlich ABS und PLA die verwendeten Druckmaterialien. PLA ist – kurz gesagt - das für Einsteiger, Kinder und Gelegenheitsdrucker beste Material. Es benötigt kein heated bed, also eine beheizte Plattform, die ca. 200W Leistung permanent verheizt um den Kunststoff auf der Druckplatte zu halten. Es gilt praktisch als gesundheitlich unbedenklich, da es aus Maisstärke gewonnen wird. Beim Drucken entfaltet sich eine Art Popcorngeruch. Allerdings beginnt PLA bereits bei ca. 60°C Umgebungstemperatur zu erweichen und die Form zu verlieren. Für Spielzeug mag das kein Problem sein, für technische Anwendungen z.B. im Auto ist das zu wenig. PLA gilt als Biokunststoff, ist also unter kontrollierten Bedingungen biologisch vollständig abbaubar.

Im Gegensatz dazu ist ABS ein echtes „Plastik“, mit einem eher unangenehmen Geruch und chemischen Dämpfen, allerdings auch mit einem wesentlich höheren Schmelzpunkt, so dass es auch für Anwendungen geeignet ist, die über ca. 60°C liegen. Es erfordert vom Nutzer jedoch mehr Kenntnisse der Parameter, die beim Druck einzustellen sind. Auch ist die richtige Wahl eines qualitativ geeigneten Materials entscheidend. ABS fähige 3D Drucker sind teurer, da sie ein größeres Netzteil, eine beheizbare Druckplatte (heated bed) sowie ein Ganzmetalhotend erfordern.


Kann man ABS und PLA auf einem Gerät verarbeiten?

Wenn ein heated bed vorhanden ist, grundsätzlich ja. Allerdings empfiehlt es sich nicht, da das Hotend mit der abwechselnden Beladung nicht immer gut zurecht kommt und Rückstände die Düse verstopfen können. Da PLA Drucker sehr günstig sind, lautet hier die Empfehlung zwei Geräte anzuschaffen, eines für jeden Kunststoff.


Welche Features sollte ein 3D Drucker unbedingt haben?

Folgende Merkmale erleichtern die Arbeit und sind für wenige Euro Aufpreis vom Hersteller umsetzbar:

  • Heizbares Druckbed (heated bed) – Voraussetzung zur Verwendung von ABS
  • Gekapseltes Gehäuse – Wenn ABS verwendet wird, um Gerüche und Dämpfe abzuschirmen.
  • Autoleveling (Automatische Kalibrierung des Druckkopfes) – spart Zeit und Nerven
  • Ganzmetallhotend, kein PEEK – Voraussetzung für Verwendung von ABS


Das ist der erste Entwurf meiner Kaufberatung für 3D Drucker, die sich an Neueinsteiger richtet. 
Die fachkundigen Leser des Blogs sind ausdrücklich aufgerufen., Verbesserungen, Korrekturen oder Ergänzungen vorzuschlagen. Denkt bitte daran, dass sich die Kaufberatung an Laien richten soll und wir nicht vom 100. ins 1000ste kommen.

Mit freundlicher Genehmigung der adrenalinemedia. Artikel von 3dptb.blogspot.de

Samstag, 6. Mai 2017

3D Drucker Preise weiter im freien Fall!

So billig waren 3D Drucker es noch nie

Der chinesische Billiganbieter CTC prescht mal wieder vor. Die Preise für REPRAP 3D Drucker erreichen neue Tiefststände. So ist ein Prusa i3 Klon auf Ebay derzeit für nicht mal irrwitzige 145€ inklusive Versand erhältlich, ein Rostock Delta Klon mit Autobedleveling für knapp 175€.

Selbst bei Amazon kostet der baugleiche Prusa i3 aktuell nur noch 179€.
Schaut man sich das Angebot einmal genauer an, so ist wider Erwarten die Ausstattung und der Lieferumfang recht üppig. Bis auf einen Autobedleveling Sensor (den man für ca. 10 € Material und ca. 3 Stunden Arbeit recht einfach selbst nachrüsten kann) ist eigentlich alles in dem Selbstbaukit zeitgemäß und auf dem neusten Stand.

Billig = schlecht?


Der Prusa i3 Drucker ist sogar im wesentlichen vormontiert. Die Schrittmotoren sitzen bereits auf den Achsen, Wellen, Antriebsräder und Gurte sind schon montiert. Das spart viel Zeit und dem Hersteller vermutlich einen ganzen Haufen Reklamationen von unbedarften Anfängern. 
Der Delta Klon besitzt sogar einen Autobedleveling Sensor. Auch das dürfte bei den zickigen Dreickecksdruckern viel Support und Kundenfrust ersparen, ist doch die Kalibrierung von Deltas ohne Abstandsmesser nur etwas für Technikmasochisten

Geht es noch billiger?

Wie immer die Frage, wo den der Tiefpunkt für FDM Drucker liegt. Ich prognostiziere, dass sie in den nächsten 12 Monaten die magische 100€ Grenze durchbrechen. Damit sind keine windigen Kickstarter Fantasieprojekte oder halbfertige Selbstbaukits gemeint, sondern ernstzunehmende solide Bausätze, die nicht perfekt sein müssen, aber eben den Einstieg für eine breite Käuferschicht in die 3D Druck Technik ermöglichen.

Donnerstag, 27. April 2017

Probleme beim Autobedleveling mit dem Z Offset

Setup:
Prusa i3
Marlin
Repetier Host
Slic3r
Win10
Autobedleveling per NPN 4mm induktivem Sensor

Nach dem Update von Repetier Host 1.6.2 auf Version 2.0 war es mir nicht mehr möglich, die Düse so weit herunter zu fahren, dass sie das Druckbett erreichte.
In der alten Version 1.6.2 konnte man über den Z Offset in den EEPROM Parametern bequem die Druckhöhe so anpassen, das man den Versatz durch einen entsprechenden Wert korrigierte. Aktuell wirkt sich ein Wert in den EEPROM Parametern, aber auch im Marlin, nicht mehr aus, so dass die Düse in die Luft extrudiert.
Die Lösung liegt im Slic3r. Er bietet ebenfalls eine Kompensation für Z an und zwar hier unter Printer Settings-General:

Z Offset für Nozzle beim Autobedleveling
Je höher der negative (!)Wert, der hier eingegeben wird, desto näher, also tiefer, die Nozzle am Druckbett.
Daher vorsichtig mit kleinen Werten wie -0.2 anfangen, mit den neuen Einstellungen slicen, Probedruck des ersten Layers fahren und dann eventuell erneut den Wert korrigieren.