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Dienstag, 12. September 2017

3D Full Color FDM Printer von XYZ printing

Lange Zeit war es etwas ruhig um XZY Printing geworden. Zum Start bot der große chinesische Hersteller erstmals professionell gestaltete voll eingehäuste 3D FDM Drucker zu Kampfpreisen deutlich unter 1000 €. Nun ist dieses Segment in letzter Zeit durch billige DIY Sets aus China stark unter Druck geraten. Für einen guten Prusa I3 zahlt man heutzutage keine 150€ mehr als vormontierter Bausatz. XZY hat sich aber nicht auf dem kurzen Strohfeuer ausgeruht, sondern bringt nun den - nach eigener Aussage - ersten 3D Vollfarb FDM Drucker. 
Dieser ist eine Kombination aus herkömmlichen FDM Drucker und einem HP ähnlichen Deskjet Druckkopf. Daher auch die Betonung auf Vollfarbe. Entgegen anderen Multiextrudern hat dies auch Nachteile, denn bei einem 3-fach oder 4-fach Extruder können Probleme mit einem einzigen Extruder schon den gesamten Druck ruinieren und zwar nicht nur farblich, sondern auch strukturell.
Auch ansonsten hat XYZ Printing die Drucker weiterentwickelt. So wurde wohl auf die User gehört und die Autobedleveling Funktion automatisiert. Die war bei den alten Geräten recht umständlich und fehleranfällig. Ein Vollfarb LCD Display gehört auch zu den neuen Features, ebenso wie ein flexibles Druckbett, das die bruchgefährdeten Glasplatten ablöst.
Eine sehr interessante Entwicklung, die ich im übrigen in meinem 2012 bei adrenalinemedia herausgegeben Buch "3D Drucker-Business & Technologie" für das Jahr 2017 prognostiziert hatte.
Man muss jedoch einschränken, dass das Verfahren derzeit nur mit PLA funktioniert. Für ABS bräuchte man wohl andere Tinten, damit sie darauf haften. Auch muss es sich in der Praxis erst mal zeigen wie gut das alles zusammen spielt. Die gezeigten Demodrucke wirken denn auch etwas blass. Aber auch daran lässt sich ja sicherlich noch etwas tunen. Preis und Verfügbarkeit wurden bislang noch nicht mitgeteilt.
Falls XZY Printing, so wie in 2015, ein Demogerät zur Verfügung stellt, berichte ich gerne mehr.

Montag, 29. Juni 2015

Reparatur eines heated beds beim DaVinci AIO

Wie bereits zuvor berichtet, hat die Glasplatte meines DaVinci AIO von XYZPrinting den Geist aufgegeben und ist zersprungen.
Nachdem ich einen Tag etwas Zeit freischaufeln konnte, hatte ich nichts besseres zu tun, als den dritten Patienten in meinem 3D Drucker Park zu versorgen.
Hier als Bildershow nun die Reparaturschritte, Rückschläge und Erfolge.
Warum der ganze Stress? Alternative wäre den gesamten Drucker einzusenden, was angesichts des Gewichts und der ungewissen Dauer nicht gerechtfertigt erschien. Letztlich ist ja nur die 0815 Glasplatte kaputt.

Ablösen des heated beds

Hierfür benötigt man einen Torx Schraubendreher. Die vier Torxschrauben sind gleichzeitig die Befestigung für die Kalibrierungskontakte. Es lösen sich zwei blaue Kabel, die der Kalibrierung dienen und ein Stecker der den Thermofühler mit dem Controller verbindet. Falsch machen kann man bei der Montage Demontage des heated beds eigentlich nichts.
Den Anschluss der Heizfolie wollte ich nicht ablöten. Man kann ihn wohl am Controller auch abklemmen und dann das ganze Bett heraus nehmen. In meinem Fall war das nicht nötigt. Um an den Controller zu kommen muss man das Gehäuse des DaVinci öffnen. Ich probiere es erst mal so.



Ablösen des aufgeklebten Thermoheizelements

Zunächst die schlechte Nachricht: Die Glasplattte beim DaVinci ist mit einer Heizfolie fest verklebt.
Davon lasse ich mich natürlich nicht abschrecken und sondiere meine Möglichkeiten. Statt mit Verdünner/Aceton die Klebeschicht aufzulösen entschliesse ich mich die Heissluftpistole anzuwerfen und bei ca. 150 C° mal zu schauen wer am längeren Hebel sitzt. :-)))


 Wie man sieht, gibt die Folie nach. Aber Vorsicht: Zahlreiche Glassplitter müssen noch per Hand abgezogen werden. Am besten eine Zange und oder schnittfeste Handschuhe benutzen

 Die letzten Reste werden mit Kältespray heruntergekühlt, um dem Kleber der Folie die Kraft zu nehmen. Manche feine Splitter fallen ab, manche werden dann per Pinzette abgelöst.

Ei Ei, wo kommt denn das PEI her?

Eine Dauerdruckplatte aus PEI durfte auch noch in einer der zahlreichen Kisten hier ein trostloses Dasein fristen (Danke an Maik vom  Hackerspace FFM für das Muster!). Warum also nicht mal PEI direkt auf die Heizfolie dengeln?
Die gute Nachricht : Es klebt!

Sieht nicht mehr schön aus, erfüllt aber seinen Zweck: Das "neue" heated bed mit aufgeklebter PEI Platte von unten.

Da die PEI Dauerdruckplatte einige mm dünner als die ursprüngliche Glasplatte ist, musst hier an den Haltern etwas untergelegt werden. Ich habe aus einer Silikonmatte für den Backofen meiner Frau geplündert. Hält. Verträgt die Hitze und sorgt für Grip auf der rutschigen PEI Platte.


Leider erwies sich die PEI Platte als wenig guter Haftgrund: Warping wohin das Auge blickte. So habe ich dann letztlich Aceton mit einem Hauch ABS angerührt (ca. 50:1) und auf die PEI Platte gepinselt.
Nun war das Warping weg, der Print hält aber auch bombenfest. Ja, ich weiß: Das Bepinseln mit ABS Juice ist eben gerade NICHT Sinn und Zweck einer Dauerdruckplatte. Aber es war schon spät in der Nacht und irgendwann wollte ich dann doch mal zu Potte kommen.

Zeitaufwand: Mechanik (Platte lösen, Glassplitter ablösen, neue Platte einsetzen etc.) ca. 1 Stunde
Kalibrierung: Ca. 3(!) Stunden. Dies beinhaltet zahlreiche mechanische Anpassungen. So war die PEI Platte zu groß und musste zugesägt werden (Baumarkt) und sie hing in der Mitte durch, so dass hier ebenfalls mit mehreren Lagen Silikonmatte aufgefüllt werden musste.

Letztlich sollte man wohl lieber wieder eine Glasplatte verwenden, wobei diese thermisch wesentlich stabiler sein sollte. Besser wäre wohl eine ALU-PEI Dauerdruckplatte. Dies würde mehrere Probleme auf einmal lösen. Das Glas des heated bed kann nicht mehr zerspringen, es hängt nicht durch und das Warping bzw. zu feste Haften bei DaVinci wären dann vorbei...
Mal eine Anregung an die Leute von XYZPrinting: Schau euch mal Alu Dauerdruckplatten an!

Super Vorteil: Kurze Aufheizzeit!

Durch die Verwendung der PEI Platte sinkt die Aufheizzeit auf ca. 2 Minuten aus dem Kaltstart! Das ist top, denn zuvor war sie mindestens bei 7-8 Minuten. Auch die Abkühlzeit sinkt drastisch, so dass der Drucker insgesamt wesentlich schneller Aufträge abarbeiten kann.

Und wer DDP herstellt, oder Erfahrungen damit gesammelt hat, gebt doch mal etwas Feedback, gerne auch Links zu Shops etc.

Dienstag, 16. Juni 2015

Operation gelungen - Patient tot

Nach rund 200 Betriebsstunden hat ein 3D Druck einer Apple Watch Docking Station, der Glasplatte auf dem heated bed des XYZPrinting Davinci AIO das Leben ausgehaucht. Ich hatte zwar schon auf Youtube davon gehört(!) konnte es aber eigentlich nicht glauben. Die Glasplatte sprang beim Ablösen des sehr großflächig aufliegenden Teils einfach kaputt. Und Nein: Ich habe den Druck über Nacht abkühlen lassen und auch erst mal alles Mögliche versucht um ihn schonend abzulösen. Haftuntergrund war etwas ABS Lösung. Vermutlich hat sich der Druck jedoch in feine Kratzer auf der Glasplatte gekrallt und so beim Abkühlen eine unlösbare Verbindung erzeugt. Reste des Glases hingen auch noch unten an dem Druck. Die konnte ich mittels Kältespray zum Abplatzen bewegen.
Geplatzes Druckbettglas bei DaVInci AIO nach Ablöseversuch
Da ich hier noch eine unbenutzte IKEA Fliese herumliegen habe, werde ich mich in den nächsten Tagen daran machen, die geplatzte Scheibe zu ersetzen. Angeblich soll sie aber auf die Heizplatine geklebt sein, was schon mal kniffelig werden dürfte. Zudem stellt sich die Frage ob die Bedtemperatur dann noch korrekt erfasst und geregelt werden kann.
Das Platzen der Glasscheibe ist ein bekanntes Problem bei den DaVinci Druckern, es passiert scheinbar nur bei großflächigen Drucken.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Billiger 3D Drucker von XYZPrinting jetzt lieferbar

XYZPrinting hat den bereits letztes Jahr angekündigten Desktop 3D Drucker "Junior" jetzt lieferbar. Das komplett aufgebaute und eingestellte Gerät fällt zunächst einmal durch sein aggressives Pricing von 399€ positiv auf. 

Amerika du hast es gut..

Billiger gibt es ihn wie so oft aber in den USA, dort wird er für 349 US$ angeboten, was beim derzeitigen Wechselkurs ca. 305 € entspricht. Allerdings wird in den USA je nach Bundeststaat nochmals die dortige Mehrwertsteuer fällig, so daß effektiv der Kaufpreis bei umgerechnet rund 360 € liegen dürfte. Aber was soll´s: Wer den deutschen Preis nicht zahlen will, kann ja auswandern..
Zurück zum Drucker: Das Gerät kommt in einem neu designten gefälligen Gehäuse daher, wohl auch da es etwas kompakter und leichter ausfallen musste.
Der XYZPrinting Junior druckt  mit PLA Öko Plastik
Gegenüber den bisherigen FDM 3D Druckern weist es einige konstruktive Unterschiede auf. So ist das Hotend mit einem Schnellverschluß ausgestattet. Das mag ein Zugeständnis daran sein, dass der Junior ausschliesslich für PLA konzipiert ist, daher vermutlich auch nicht über ein Heated Bed verfügt. Angaben hierüber gibt es nicht, jedoch weist der niedrige Energieverbrauch von maximal 75 Wattt darauf hin.
Der Druckbereich beschränkt sich auf 15 x 15 x 15 cm, was jedoch für die meisten Aufgaben vollkommen ausreichend sein dürfte. Vorteil ist hier wieder das geschlossene Gehäuse und der fertige Aubau - Fertiggeräte zu diesem Preis sind bislang eine Seltenheit, die meisten vergleichbaren liegen bei mindestens 500€ bis 1000€. 

Alles im Lot

Ein Kalibrierung sei bei dem Gerät nicht mehr notwendig - ein Kritikpunkt bei den bisherigen Geräten, da die Kalibrierung etwas fummelig ist. Ob der Drucker jedoch über eine Autolevel Kalibrierung verfügt, oder beispielsweise die mechanische Auslegung diese Aussage rechtfertigt, lässt sich bislang nicht in Erfahrung bringen.
In jedem Fall richtet XYZPrinting sich mit dem Gerät ganz klar wieder an die blutigen Anfänger, Privathaushalte, Schulen und Labor die nur gelegentlich mit einem 3D Drucker arbeiten.

Alles im grünen Bereich

Der niedrige Stromverbrauch und die Beschränkung auf den biologisch kompostierbaren Öko Kunststoff PLA geben dem System ein zeitgemäßes ökologisch-korrektes Familienimage. PLA wird aus Maisstärke gewonnen und ist unter optimalen Bedingungen kompostierbar. Seine Materialeigenschaften unterscheiden sich jedoch erheblich von z.B. ABS oder Nylon. Es erweicht bereits bei rund 60 C° was allerdings sein einziger Schwachpunkt ist. Mechanisch ist es wesentlich härter und stabiler als ABS, es ist unempfindlich gegenüber Lösungsmitteln und eignet sich aufgrund der Härte für Bauteile wie Zahnräder sogar besser als ABS.

Wie immer bietet XYZPrinting den Junior nur mit der hauseigenen Softwarelösung und dem eigenen Filament an. Diesmal spricht man von NFC Tags die es dem Gerät ermöglichen das eingelegte Filament zu erkennen und die Parameter für den Druck entsprechend einzustellen. Der Nachschub erfolgt diesmal in Form von reinen Spulen ohne Gehäuse wie bei den großen Da Vinci Brüdern. Das ist etwas schade, denn der Aufpreis für das klimatisch und staubfrei geschütze Filament (aktuell 11 Farben) war eigentlich ein Schnäppchen.
Die Auflösung des Druckers von 100 micron, Düsendurchmesser (0,4mm) und weitere Druckparameter entsprechend denen der anderen Geräte, so daß man die hinsichtlich der Druckqualität von vergleichbaren Ergebnissen ausgehen darf.

Montag, 16. März 2015

XYZPrinting Da Vinci AiO - ein Erfahrungsbericht


Seit 4 Wochen arbeite ich mit dem Da Vinci AiO im Härtetest. Nebenher betreibe ich einige RepRap 3D Drucker (Rostock, Prusa I3, One-Up), die ich selbst gebaut habe. Den AiO habe ich letztes Jahr auf einer Messe gesehen und mit einer gehörigen Portion Skepsis betrachtet: Kann ein relativ billiges Fertiggerät aus China wirklich zuverlässig funktionieren und brauchbare Qualität erzeugen?

Der Hersteller

Die Geräte des chinesischen Herstellers XYZPrinting basieren auf einem Plattformsystem, bei dem es verschiedene Ausbaustufen gibt. Der Grundaufbau der Geräte ist jeweils gleich und sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch unterschiedliche Optionen. So gibt es bislang neben dem Basismodell eines mit Dualextruder oder eben wie beim AiO einem 3D Scanner. XYZPrinting hat sich zum Ziel gesetzt, die vielen potentiellen Anwender zu gewinnen, denen bisherige 3D FDM Drucker zu kompliziert und auch zu teuer waren. Aus diesem Grund wurde die Software stark vereinfacht und einige Funktionen wie der Filamentwechsel oder die Kalibrierung des Druckbetts teilweise automatisiert. XYZ Printing ist ein großer chinesischer (Papier) Druckerhersteller und verfügt daher über die Erfahrung und die Anlagen um einen 3D Drucker in industrieller Bauweise herzustellen. Die Da Vinci Drucker sind in den USA wo sie zuerst erschienen bereits heute Marktführer bei den Geräten unter 1000€. Es gibt mittlerweile eine große Community im Netz, die mit Tipps, Tricks und Hacks den Anwender unterstützt.

Lieferumfang

Der Da Vinci kommt mit allem daher was man so zum Drucken braucht. Ein paar kleine Werkzeuge wie eine Messingbürste, ein Prittstift um das Druckbett anzurauhen und anderer Schnickschnack, den man getrost in jedem Baumarkt finden würde. Mitgeliefert wird eine Filamentkassette mit 600g weißem ABS. Die Anleitung ist gedruckt, bunt bebildert und auf Deutsch. Nach dem Entfernen der Transportsicherungen und dem Erstkalibrieren des Druckbetts (muss nicht sein) kann man sofort loslegen.

Die Software

Der DaVinci arbeitet mit einer proprietären Softwarelösung (XYZware), also nicht von Haus aus mit Open Source Lösungen wie Repetier Host etc, beinhaltet aber wohl einen Repetier Kern.
Der spartanische Slicer des Da Vinci erfüllt seinen Zweck
Die Einstellmöglichkeiten sind stark beschränkt. So kann man die Arbeitsgeschwindigkeit nur in Stufen von „langsam“ bis „schnell“ und die Qualität in vier Stufen von „normal“ bis „hervorragend“ wählen. Ein kleines erweiteres Menü erlaubt dann beispielsweise die Einstellung der Layerhöhe.
Was sich zunächst etwas enttäuschend anhört, hat sich in der Praxis gut bewährt. Unabhängig von den Einstellungen war kein Druck jemals schlecht oder undruckbar. Für den Alltag spart die minimalistische Software somit sogar Zeit und Kopfschmerzen beim Finden der optimalen Parameter. Man kann einen Unterbau festlegen ("Raft") für Objekte die nicht gut halten, eine automatische Stützkonstruktion erzeugen lassen, die sich im Test auch als sehr gut und gut wieder entfernbar erwiesen hat und einige andere Parameter einstellen. Hin und wieder begrüßt die Software den Anwender in holprigem Deutsch oder mit chinesischen (oder japanischen?) Schriftzeichen. Das bleibt aber eher die Ausnahme und kann durch Updates natürlich verbessert werden.
Nach dem Slicen erhält man noch ein paar Infos zum bevorstehenden Druck
Hin und wieder will das System auch die Druck Software oder die Firmware aktualisieren. Dies funktioniert reibungslos und geht schnell. Es gibt allerdings Berichte im Internet, dass die Software hierbei "Nach Hause" telefoniert und womöglich Angaben zu dem Gerät ungefragt überträgt. Das tut zwar keinem weh, viele andere Hardwaregeräte tun dies mittlerweile auch,  aber es sollte - sofern es zutrifft dann nur mit Einverständnis des Benutzers geschehen.

Zum Drucker:

Der da Vinci verfügt über eine XYZ Brot und Butter Mechanik, vergleichbar der des Ultimakers. Es gibt ein beheizbares 200 x 200 mm großes absenkbares Druckbett mit Glasauflage und eine Innenbeleuchtung. Es konnten im Laufe des Tests keinerlei Defekte oder Ermüdungen festgestellt werden. Alle Baugruppen sind aus solidem Metall oder Kunststoff. Wem etwas nicht gefällt oder wem ein Teil kaputt geht, kann mittlerweile fast alle Ersatzteile bei Thingiverse finden, diese kostenlos herunterladen und sich somit den Rückversand zum Anbieter ersparen oder den Drucker sinnvoll aufrüsten.
Der Drucker verfügt über ein allseitig geschlossenes Gehäuse – was beim Arbeiten mit verflüssigtem Kunststoff aufgrund entstehender Dämpfe und heißer Baugruppen im Inneren gut für die Gesundheit ist und Kinder davon abhält hinein zu greifen. Allerdings ist das Gehäuse mit einigen Durchbrüchen versehen, also nicht 100%ig dicht. Wer da wegen Dämpfen Bedenken hat, kann die paar Schlitze jedoch abkleben oder anderweitig schließen.
Der Drucker kann zwar laut Datenblatt ABS und PLA, jedoch wurden PLA Filamente weder vom Hersteller angeboten noch waren sie auf dem Markt verfügbar. Das mag daran liegen, dass PLA und ABS eigentlich unterschiedliche Hotends benötigen, damit sie nicht verstopfen. Wer ABS kann will aber nie wieder zu PLA zurück. ABS sieht im Ergebnis besser (da glatter) aus, es ist im Gegensatz zu PLA temperaturbeständiger (PLA erweicht schon um die 60°) und PLA wird mit allen nur erdenklichen Zusätzen verkauft (elastisch, leuchtend,elektrisch leitend ) so dass man hier der Düse einen Bärendienst tut, da die Zusätze als verschmorte Schlacke mit der Zeit jedes Hotend zusetzen und die Düse verstopfen.
Der Da Vinci AiO in meiner Frickelbude..
Negativ: Der Drucker ist recht laut. Zumindest unter den Drucker sollte man eine dämmende Matte o.ä. platzieren. Die lauten Laufgeräusche können evtl. mit IGUS Kunststoff Gleitlagern und anderen Mitteln gedämmt werden. Auch eine Innendämmung des Gehäuses wäre machbar.
Auch die Lüfter sind zu laut und dröhnen in jeder Situation fast mit voller Lautstärke.
Trotz des nur teilweise geschlossenen Gehäuses dringt kein ABS Geruch nach draußen.
Das Wechseln des Filaments ist als Funktion im Drucker integriert und funktioniert recht reibungslos. Auch die halbautomatische Druckbettkalibrierung ist eine nette Funktion. Leider arbeitet sie nicht immer zuverlässig und die Einstellung über drei Schrauben ist etwas fummelig. Hier ist noch Verbesserungspotential.
Ansonsten wird der Drucker am USB Port des PCs schnell und sicher erkannt. Hat man einen Druckauftrag abgesendet, speichert der Drucker ihn auf einer integrierten SD Karte im Drucker zwischen, so dass man die Drucksoftware verlassen und das USB Kabel abziehen kann.

Die Druckqualität:

Die Druckqualität ist für die meisten Anwender vollkommen ausreichend und hier beim Testgerät absolut überzeugend, selbst bei näherer Betrachtung. Zwischen der kleinsten Layerhöhe 0,1 mm und 0,2 mm wurden keine optisch sichtbaren Verbesserungen mehr festgestellt, so dass man zumindest bei nicht zu fragilen Objekten die Einstellung 0,2 mm als Optimum für hohe Qualität bei ausreichender Geschwindigkeit nutzen kann. Apropos Geschwindigkeit: Nutzt man die mitgelieferte Software, so ist selbst bei der höchsten Geschwindigkeitsstufe der Drucker nicht aus dem Tritt zu bringen. Sichtbare Einbußen gab es auch bei der höchsten Geschwindigkeitsstufe nicht. Auf der Schulnotenskala ist die Druckqualität selbst bei extremen Einstellungen nie schlechter als eine gute 2 und immer vorzeigbar. Allerdings sind selbst bei langsamer Fahrt und niedrigster Layerhöhe die Schichten Sichtbar und fühlbar. Dies könnte jedoch an den fehlenden Riemenspannern für die X und Y Achse liegen, gelegentliche Artefakte bei Bohrungen deuten darauf hin, dass die Riemen zu schwach gespannt sind. Hier gibt es aber ebenfalls bereits Upgradeteile bei thingiverse, die man sich ausdrucken und gegen die Originalteile tauschen kann, wenn man es denn braucht.
Druckfehler und Artefakte
Teil1: 
Fanduct
Wandstärke <1 mm
Material ABS Pink von 4Prints

Leichte Probleme auf einer Seite bei 0.3 mm Layerhöhe

In 0.1mm ist wieder alles ok

Gedruckt wurde übrigens auf ABS Juice und mit einem Raft. Der untere "wüste" Teil muss also noch entfernt werden.
Teil2: 
Kossel Alt 20x20 Bodenecke 
Material ABS Pink von 4Prints

Delamination bei 0,2mm Layerhöhe. Leichtes Warping. Resonanzschwingung nach den Durchbrüchen in Form einer Nut. Bauteil ist allerdings relativ groß.

Perimeterfehler. Der Infill erreicht nicht den Perimeter. Daher bilden sich Spalten an manchen Stellen und in bestimmten Richtungen. Hier war es die Y Richtung, was für einen losen Antrieb spricht.
Teil3: 
GoPro Adapter
Material ABS Schwarz von XYZPrinting
0,1 mm Layerhöhe: Trotzdem sichtbare Schichten. Ansonsten aber sehr maßhaltig.
Die oben gezeigten Druckfehler sollen jedoch nicht abschrecken, die meisten Drucke sind fehlerfrei gewesen. Vielmehr soll gezeigt werden wo die Grenzen des Da Vinci liegen und mit welchen Problemen man rechnen muss. 
Um dem Warping vorzubeugen liefert der Hersteller einen Prittstift mit. Dieser wird vor dem Drucken benutzt um das Druckbett einzustreichen. Das klappt bei kleineren Teilen ganz passabel, ist aber bei längeren, ausladenden Druckobjekten nicht geeignet gegen das Warping. Nach einigen Versuchen wurde auf ABS Juice (Acteon mit etwas ABS) umgeschwenkt. Hier kam es zu keinerlei Warping mehr und die Unterseite wurde schön glatt.
Der Da Vinci fährt übrigens erst die Perimeter ab und DANN den Infill. Ich mache das bei RepRap Druckern im Repetier Host immer umgekehrt und bekomme so eine bessere äussere Oberfläche. Evtl. ist dies auch ein Grund dafür, warum bei jeder beliebigen Layerhöhe die Ausdrucke sichtbare Schichten aufweisen. Hier kann aber nur weiteres Abtauchen in die Materie Klarheit schaffen bzw. der EInsatz eines externen Slicers mit vollem Umfang. So ein Projekt gibt es übrigens und zwar unter: 
http://voltivo.com/forum/davinci-software/224-xyzware-open-mod

Allerdings ist es ein Stop and Go Projekt, da die Softwareupdates des Da Vinci Druckers die Funktion eines extrenen Slicers manchmal erlauben und manchmal nicht. Man muss sehen wie sich das weiter entwickelt.

Das Filament:

Bei allen Geräten des Herstellers XYZPrinting muss der Anwender vorgefüllte Kassetten – ähnlich den Druckpatronen beim Tintenstrahler - erwerben um drucken zu können. Dies erweckt beim ein oder anderen Ablehnung, da er befürchtet am langen Ende draufzuzahlen. Auch sind nicht alle exotischen Filamente der Welt bei XYZPrinting verfügbar.
Zumindest der letzte Punkt dürfte über die Zeit vom Hersteller oder Drittanbietern in Zukunft behoben werden. Auch ist es möglich, das Kassettensystem zu umgehen, indem man beispielsweise die Kassette einlegt, aber ein anderes Filament in das Hotend einfädelt. Das führt allerdings dazu, dass die volle, unbenutzte Kassette dann irgendwann mal vom Chip als „Leer“ betrachtet wird und nicht weiter verwendbar ist. Aber immerhin: Ohne das Gerät zu verändern ist dieser Hack möglich.
Es gibt auch Resetter, die die Zählchips zurück setzen und eine unbegrenzte Verwendung ermöglichen. Hiervon würde ich jedoch abraten, da der Hersteller durch regelmäßige Updates von Software und Firmware solches Treiben zu unterbinden sucht und man sich im schlimmsten Fall den Drucker blockiert.
So schön wie es ist, im Dunkeln leuchtende oder elastische Filamente zu verarbeiten – wer weiß schon genau was sich darin für Inhaltsstoffe befinden? Ob die Dämpfe schädlich sind oder nicht? Ob die Zusatzstoffe die Druckdüse verstopfen usw. Das Internet ist voll von Postings von Bastlern, die billiges Ramsch Filament von Ebay und Co. verwenden und sich dann beschweren, dass das Ganze nicht funktioniert, das Filament nicht maßhaltig ist usw. Verstehen muss man hier auch den Hersteller, der die Garantie für ein Gerät abgeben muss und nicht für jedes in einer Hinterhofküche zusammen gepanschtes Recycling Filament gerade stehen will. Ich tanke in mein Auto schließlich auch kein ranziges Frittierfett, obwohl es ginge und sogar billiger wäre.
Getestet wurde schwarzes und weißes ABS Filament des Herstellers, sowie pinkfarbenes ABS Filament einen chinesischen No-Name Herstellers. Alle Sorten ließen sich einwandfrei drucken. Die gedruckten Objekte sind von hoher Qualität. Lediglich die Lamination der einzelnen Layer war bei allen Filamenten nicht so perfekt, wie sie hätte sein können. Dies kann aber sicher zukünftig über Firmwareupdates besser gesteuert werden. Die Filamente waren farbecht, Zuführprobleme gab es in 150 Stunden Testdauer nie, auch hat sich die Düse nie zugesetzt, obwohl nach jeweils 25 Betriebsstunden die Aufforderung hierzu erfolgte, ihr aber aus Gründen des Hardcoretests nicht Folge geleistet wurde...

Der 3D Scanner:

Zum 3D Scannen kam es bislang noch nicht allzu häufig, allerdings sollte man von dem Laserscanner keine Wunder der Präzision erwarten. Scanobjekte müssen möglichst weiß, matt und wenig komplex geformt sein um halbwegs vernünftige Ergebnisse erzielen zu können. Die Auflösung gibt der Hersteller mit 0,25 mm an – ein H0 Eisenbahnwaggon kann man mit diesem Scanner nicht in akzeptabler Qualität erfassen. Ein Gegenstand wie ein Teller oder Duplosteine sind hingegen kein Problem. Allerdings ist nach dem Scannen Nacharbeit mittels Software angesagt. Da überlegt man sich dann doch schon mal ob es nicht sinnvoller wäre das Ganze in der CAD neu anzulegen. Trotzdem ist es „ganz nett“ so einen Scanner an Board zu haben, es wäre auch denkbar, dass die Auflösung sich später per Firmwareupgrade oder Hack doch noch verbessern lässt.

Can we hack it? YES we can!

Wer es mag kann den AiO hacken bis zum Gehtnichtmehr. Alle Hardware ist Baumarkt/Conrad Standard und wer mit einem RepRap Basteldrucker umgehen kann, der kann auch hier seine Freude daran haben und alle Komponenten nach Lust und Liebe tunen, umbasteln. Schrittmotoren, Antriebe, Hotend – alles ist von der Stange und kann umgerüstet werden. Wie gesagt nur für dem der es mag. Dafür bekommt man dann aber ein solides, gut gebautes Gerät mit Gehäuse was beim Selberbastelen, rechnet man die Arbeitszeit mit ein, für diesen Preis schlicht nicht möglich ist. Und dann hätte man immer noch ein Bastlergerät, ein Unikat und keinen industriell gefertigten 3D Drucker. Also auch für solche Nerds wie mich die sich gerne mal einen Deltadrucker bauen, kommt Freude auf. ALLES am Da Vinci lässt sich hacken und verändern, das Internet ist voll mit Tricks und Hacks und Umbauten – bitte aber auch immer an die Garantie denken..

Community und Links

Aufgrund des großen Verkaufserfolgs der Da Vinci Drucker in den USA und England haben sich bereits jetzt sehr viele Usergruppen, Foren, Blogs usw. gebildet, die helfen Unzulänglichkeiten des Geräts zu beheben, es zu verbessern oder zu tunen. Hier mal ein paar Beispiele:
thingiverse: Alle möglichen und unmöglichen Ersatzteile für den da Vinci
zum Nachdrucken

Ersatzteile & Tuningteile aus dem 3D Drucker:
http://www.thingiverse.com/Maboo/collections/da-vinci-printers

Da Vinci User Group bei thingiverse:
http://www.thingiverse.com/groups/da-vinci-user/topics

FAZIT:

Der Da Vinci AiO hat bislang rund 200 Betriebsstunden ohne jegliche Störungen absolviert. Er wurde nicht geschont und nicht zu häufig kalibriert, die Düse gereinigt etc. Die gedruckten Objekte reichten von kleinen Bauteilen bis zu ca. 100 x 100 mm Grundfläche. All dies hat er erfolgreich gemeistert. Nie kam es zu Abstürzen, Fehldrucken etc. Der Da Vinci ist nach diesen Erfahrungen ideal für Schulen, Labors, kleine Betriebe und eben auch Privatleute. Der Aufbau ist erheblich robuster als man es für ein chinesisches Produkt erwarten würde und er ist auch erheblich robuster ( in der Handhabung ) als sämtliche RepRap Konstruktionen, die mir bislang begegnet sind.
Der Da Vinci AiO ist ein Topangebot für Einsteiger, aber auch Profis, die bei diesem Preis nichts verkehrt machen können. Der Aufbau des Drucker ist professionell und solide. Kleinere Schwächen lassen sich allesamt durch selbst gedruckte/gebastelte oder kaufbare Upgrades beheben. Die Bedienung ist denkbar einfach, das Druckwerk robust und die Qualität der Drucke stets gut bis sehr gut.
Wer absolute High End Ergebnisse erzielen will ( 0,1 mm Schichtstärke und darunter) sowie keine sichtbaren Layer, muss entweder das Gerät tunen oder sich eben doch eines selber bauen oder für ein Vielfaches kaufen. Für den Kaufpreis liefert der Da Vinci sehr gute Ergebnisse und braucht sich vor wesentlich teureren Druckern nicht zu verstecken.
Das Filamentkassettensystem hat durchaus seine Berechtigung und bietet auch Vorteile. Die Preise für die Kassetten bewegen sich im Rahmen. Das Filament ist durch die Kassette vor Staubauftrag und Feuchtigkeit geschützt. Man weiß, was man da verarbeitet. Und wenn es unbedingt sein muss, kann man es auch umgehen.
Der 3D Scanner ist ein „Nice to have „ Feature. Für dem Aufpreis von rund 200€ sollte man schwach werden, denn wer einen Papierdrucker hat, wird froh sein, wenn er mit dem Gerät auch hin und wieder scannen kann. Wunder sollte man von dem 3D Scanner aber nicht erwarten. Für feinste Strukturen müsste man einen Scanner kaufen der ein Vielfaches des gesamten AiO kostet.
Wer unbedingt sparen will, oder sich sicher ist,d ass er nie einen solchen 3D Scanner benötigt, kann ja zum ansonsten baugleichen Basismodell Da Vinci 1.0 für knapp 600 € greifen.

Selbst bei einem Preis jenseits der 1000€ wäre der Da Vinci AiO ein guter Kauf, so ist er ein echtes solides Schnäppchen, das viel Freude bereitet und wesentlich besser ist als aufgrund des Kampfpreises vermuten würde. Der Da Vinci, ob mit oder ohne Scanner oder Dualhead, ist ein echter Ultimaker Killer zu einem unschlagbaren Preis.
Der AiO hat für mich etwas vom guten alten AMIGA oder C64: Eine preiswerte Basis mit der man bereits von der Stange her sehr gut arbeiten kann und das Bastelpotential für alle die, die mehr aus ihrem Gerät herauskitzeln wollen.

Bezugsquelle (Amazon, Ebay, Omtec): http://t.co/MkEtkWkDzV

Herstellerangaben:
Technische Daten & Systemanforderungen:


Abmessungen (BxHxT): 46.8 x 51 x 55.8 cm
Verpackungsabmessungen: 56 x 59 x 70 cm
Verpackungsbruttogewicht: 60.6 lb / 27,5 kg


Technologie: FFF (Fused Filament Fabrication)
Maximales Produktionsvolumen (BxTxH): 20x20x19cm


Druckmodus: Fein 0,1 mm (100 μm), Standard 0,2 mm (200 μm), Schnell 0,3 mm (300 μm), Ultraschnell 0,4 mm (400 μm)


Druckkopf: Einzeldüse
Düsendurchmesser: 0,4 mm
Filamentdurchmesser: 1,75 mm
Print-Material: ABS/PLA


Display: Paneltyp 2.6" FSTN LCM


Sprache: Englisch, Japanisch, Französisch


Konnektivität: USB 2.0


Scanner Technologie: Spaltlasertriangulation, Dual-Scan-Engine, 2 Megapixel Kamera und Laserdiodenmodul
Scangröße (Ø x H): 15x 15cm
Scangenauigkeit: 0.25 mm (250 μm)
Scan-Auflösung: 0.25 mm (250 μm)
Drehscheibentragkraft: 6.6 lb / 3kg (Max.)


Software: XYZware
Dateitypen: STL, XYZ-Format(.3w)


Unterstützte Betriebssysteme:
Windows XP (.Net 4.0 erforderlich), Windows 7 und aktueller ( Für PC)
Mac OS X 10.7, 10.8, 10.9, 64 Bit ( Für Mac)
Hinweis: VGA-Standardtreiber im Betriebssystem sowie Grafikkarten, die OpenGL 2.1 nicht unterstützen, können zu unvorhersehbaren Fehlern bei XYZware führen.


Scan-Software: XYZscan
Dateitypen: .stl , .das Format


Unterstützte Betriebssysteme:
Windows XP (.Net 4.0 erforderlich), Windows 7 und aktueller ( Für PC)
Mac OSX 10.8, 10.9 64-bit ( Für Mac)


Hardware
Hardwareanforderungen (Für PC / MAC)
X86-kompatible (32/64 Bit) PCs mit 4 GB+ DRAM (für PC)

X86-kompatible (64 Bit) Macs mit 4 GB+ DRAM (für Mac)