Dienstag, 16. Juni 2015

Billiger DLP 3D Drucker für unter 80€

Naja, wie das immer so ist, vermutlich doch nicht ganz so billig, aber eben fast.
Auf Instructables findet sich derzeit eine Bastelanleitung für einen DLP Drucker der weniger als 100 US$ kosten soll.
Vogel auf Münze - bekommt so kein FDM Drucker hin
Das recht wackelige Konstrukt liefert erstaunlich filigrane und gute Ergebnisse. Siehe Abbildungen.

DLP 3D Drucker benutzen einen Beamer, der das Objekt schichtweise auf ein lichtaushärtendes Harz abbildet. Das Ganze ist ja nun recht bekannt und erprobt. Die Harze sind je nach Anbieter etwas unverschämt teuer, aber da tut sich im Augenblick einiges aufgrund des entstehenden Wettbewerbs.

Turm aus Billig 3D DLP Drucker.
Wendeltreppe innen ist sogar dargestellt.
Zum Gerät selbst: Gebraucht wird der Beamer (Ebay), ein Arduino, ein Steppermotor z.B. Nema 17 und eine einzelne Gewindestange, da das Gerät ja nur eine Achse(Z) benötigt. Das Drumherum kann man alternativ auch lasern, laubsägen oder mit dem FDM Drucker ausdrucken. Wie gesagt, das hier gezeigte Gerät wirkt erst mal übel verbastelt,  die Drucke aber sehen besser aus als bei  jedem +1000€ Ultimaker. Scheint mir ein Projekt für den kommenden Herbst zu sein..

Billiger 3D DLP Drucker im Selbstbau -
Sieht übel aus. druckt aber sehr gut!


Hier der Link zu Bastelanleitung: http://www.instructables.com/id/Chimera-60-DLP-resin-3d-printer/

Operation gelungen - Patient tot

Nach rund 200 Betriebsstunden hat ein 3D Druck einer Apple Watch Docking Station, der Glasplatte auf dem heated bed des XYZPrinting Davinci AIO das Leben ausgehaucht. Ich hatte zwar schon auf Youtube davon gehört(!) konnte es aber eigentlich nicht glauben. Die Glasplatte sprang beim Ablösen des sehr großflächig aufliegenden Teils einfach kaputt. Und Nein: Ich habe den Druck über Nacht abkühlen lassen und auch erst mal alles Mögliche versucht um ihn schonend abzulösen. Haftuntergrund war etwas ABS Lösung. Vermutlich hat sich der Druck jedoch in feine Kratzer auf der Glasplatte gekrallt und so beim Abkühlen eine unlösbare Verbindung erzeugt. Reste des Glases hingen auch noch unten an dem Druck. Die konnte ich mittels Kältespray zum Abplatzen bewegen.
Geplatzes Druckbettglas bei DaVInci AIO nach Ablöseversuch
Da ich hier noch eine unbenutzte IKEA Fliese herumliegen habe, werde ich mich in den nächsten Tagen daran machen, die geplatzte Scheibe zu ersetzen. Angeblich soll sie aber auf die Heizplatine geklebt sein, was schon mal kniffelig werden dürfte. Zudem stellt sich die Frage ob die Bedtemperatur dann noch korrekt erfasst und geregelt werden kann.
Das Platzen der Glasscheibe ist ein bekanntes Problem bei den DaVinci Druckern, es passiert scheinbar nur bei großflächigen Drucken.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Billiger 3D Drucker von XYZPrinting jetzt lieferbar

XYZPrinting hat den bereits letztes Jahr angekündigten Desktop 3D Drucker "Junior" jetzt lieferbar. Das komplett aufgebaute und eingestellte Gerät fällt zunächst einmal durch sein aggressives Pricing von 399€ positiv auf. 

Amerika du hast es gut..

Billiger gibt es ihn wie so oft aber in den USA, dort wird er für 349 US$ angeboten, was beim derzeitigen Wechselkurs ca. 305 € entspricht. Allerdings wird in den USA je nach Bundeststaat nochmals die dortige Mehrwertsteuer fällig, so daß effektiv der Kaufpreis bei umgerechnet rund 360 € liegen dürfte. Aber was soll´s: Wer den deutschen Preis nicht zahlen will, kann ja auswandern..
Zurück zum Drucker: Das Gerät kommt in einem neu designten gefälligen Gehäuse daher, wohl auch da es etwas kompakter und leichter ausfallen musste.
Der XYZPrinting Junior druckt  mit PLA Öko Plastik
Gegenüber den bisherigen FDM 3D Druckern weist es einige konstruktive Unterschiede auf. So ist das Hotend mit einem Schnellverschluß ausgestattet. Das mag ein Zugeständnis daran sein, dass der Junior ausschliesslich für PLA konzipiert ist, daher vermutlich auch nicht über ein Heated Bed verfügt. Angaben hierüber gibt es nicht, jedoch weist der niedrige Energieverbrauch von maximal 75 Wattt darauf hin.
Der Druckbereich beschränkt sich auf 15 x 15 x 15 cm, was jedoch für die meisten Aufgaben vollkommen ausreichend sein dürfte. Vorteil ist hier wieder das geschlossene Gehäuse und der fertige Aubau - Fertiggeräte zu diesem Preis sind bislang eine Seltenheit, die meisten vergleichbaren liegen bei mindestens 500€ bis 1000€. 

Alles im Lot

Ein Kalibrierung sei bei dem Gerät nicht mehr notwendig - ein Kritikpunkt bei den bisherigen Geräten, da die Kalibrierung etwas fummelig ist. Ob der Drucker jedoch über eine Autolevel Kalibrierung verfügt, oder beispielsweise die mechanische Auslegung diese Aussage rechtfertigt, lässt sich bislang nicht in Erfahrung bringen.
In jedem Fall richtet XYZPrinting sich mit dem Gerät ganz klar wieder an die blutigen Anfänger, Privathaushalte, Schulen und Labor die nur gelegentlich mit einem 3D Drucker arbeiten.

Alles im grünen Bereich

Der niedrige Stromverbrauch und die Beschränkung auf den biologisch kompostierbaren Öko Kunststoff PLA geben dem System ein zeitgemäßes ökologisch-korrektes Familienimage. PLA wird aus Maisstärke gewonnen und ist unter optimalen Bedingungen kompostierbar. Seine Materialeigenschaften unterscheiden sich jedoch erheblich von z.B. ABS oder Nylon. Es erweicht bereits bei rund 60 C° was allerdings sein einziger Schwachpunkt ist. Mechanisch ist es wesentlich härter und stabiler als ABS, es ist unempfindlich gegenüber Lösungsmitteln und eignet sich aufgrund der Härte für Bauteile wie Zahnräder sogar besser als ABS.

Wie immer bietet XYZPrinting den Junior nur mit der hauseigenen Softwarelösung und dem eigenen Filament an. Diesmal spricht man von NFC Tags die es dem Gerät ermöglichen das eingelegte Filament zu erkennen und die Parameter für den Druck entsprechend einzustellen. Der Nachschub erfolgt diesmal in Form von reinen Spulen ohne Gehäuse wie bei den großen Da Vinci Brüdern. Das ist etwas schade, denn der Aufpreis für das klimatisch und staubfrei geschütze Filament (aktuell 11 Farben) war eigentlich ein Schnäppchen.
Die Auflösung des Druckers von 100 micron, Düsendurchmesser (0,4mm) und weitere Druckparameter entsprechend denen der anderen Geräte, so daß man die hinsichtlich der Druckqualität von vergleichbaren Ergebnissen ausgehen darf.

Sonntag, 10. Mai 2015

Multicolor drucken mit jedem 3D FDM Drucker

Multimaterial und Multifarbfähigkeit waren zwei Fähigkeiten, die in meinem Buch "3D Drucker: Business & Technik" als Zukunfsttrends für die nächsten 5 Jahre voraus gesagt wurden. Bislang tut sich die RepRap Community aber schwer, mehr als die üblichen Dual Extruder findet man selten. Die Probleme liegen in dem hohen Gewicht des Multi-Printheads und der Abstimmung zwischen den einzelnen erforderlichen Düsen. Aber es geht auch anders!
Eine Kickstarter Aktion wirbt derzeit mit einem recht interessanten Konzept für den Mehrfarbendruck. Statt eines aufwändigen Extruders werden die Farben vor dem Zuführen in einem Mixer nach Länge vermessen und farblich getrennt gesplict. Hierdurch entsteht ein durchgängiges Filament mit Farbabschnitten oder verschiedenen Materialeigenschaften. Der entscheidende Vorteil: Dieses System funktioniert ohne jegliche Änderungen am Drucker. Es können also alle Typen, Hersteller oder Selbstbauprojekte wie RepRap damit aufgerüstet werden. Der Preis liegt mit ca. 850 CAD zwar recht hoch, dürfte aber dennoch gerade für Markengeräte interessant sein, da man hierdurch keine Garantie gefährdet und keine Bastelleien notwendig sind.

Neben der angesprochenen Möglichkeit, bis zu 4 Farben zu mixen, kann man natürlich auch komplexe Objekte mit unterschiedlichen Materialeigenschaften in bestimmten Zonen verwirklichen, Beispielsweise eine druckbare Taschenlampe durch die Verwendung von leitfähigem und nicht-leitendem Filament, oder ein Mix aus fest und fleiblem Material.
Hier nochmals ein Video zur Verdeutlichung des Funktionsprinzips:

Hier der Link zum Kickstarter Projekt: http://kck.st/1d4CnBa