Samstag, 6. Mai 2017

3D Drucker Preise weiter im freien Fall!

So billig waren 3D Drucker es noch nie

Der chinesische Billiganbieter CTC prescht mal wieder vor. Die Preise für REPRAP 3D Drucker erreichen neue Tiefststände. So ist ein Prusa i3 Klon auf Ebay derzeit für nicht mal irrwitzige 145€ inklusive Versand erhältlich, ein Rostock Delta Klon mit Autobedleveling für knapp 175€.

Selbst bei Amazon kostet der baugleiche Prusa i3 aktuell nur noch 179€.
Schaut man sich das Angebot einmal genauer an, so ist wider Erwarten die Ausstattung und der Lieferumfang recht üppig. Bis auf einen Autobedleveling Sensor (den man für ca. 10 € Material und ca. 3 Stunden Arbeit recht einfach selbst nachrüsten kann) ist eigentlich alles in dem Selbstbaukit zeitgemäß und auf dem neusten Stand.

Billig = schlecht?


Der Prusa i3 Drucker ist sogar im wesentlichen vormontiert. Die Schrittmotoren sitzen bereits auf den Achsen, Wellen, Antriebsräder und Gurte sind schon montiert. Das spart viel Zeit und dem Hersteller vermutlich einen ganzen Haufen Reklamationen von unbedarften Anfängern. 
Der Delta Klon besitzt sogar einen Autobedleveling Sensor. Auch das dürfte bei den zickigen Dreickecksdruckern viel Support und Kundenfrust ersparen, ist doch die Kalibrierung von Deltas ohne Abstandsmesser nur etwas für Technikmasochisten

Geht es noch billiger?

Wie immer die Frage, wo den der Tiefpunkt für FDM Drucker liegt. Ich prognostiziere, dass sie in den nächsten 12 Monaten die magische 100€ Grenze durchbrechen. Damit sind keine windigen Kickstarter Fantasieprojekte oder halbfertige Selbstbaukits gemeint, sondern ernstzunehmende solide Bausätze, die nicht perfekt sein müssen, aber eben den Einstieg für eine breite Käuferschicht in die 3D Druck Technik ermöglichen.

Donnerstag, 27. April 2017

Probleme beim Autobedleveling mit dem Z Offset

Setup:
Prusa i3
Marlin
Repetier Host
Slic3r
Win10
Autobedleveling per NPN 4mm induktivem Sensor

Nach dem Update von Repetier Host 1.6.2 auf Version 2.0 war es mir nicht mehr möglich, die Düse so weit herunter zu fahren, dass sie das Druckbett erreichte.
In der alten Version 1.6.2 konnte man über den Z Offset in den EEPROM Parametern bequem die Druckhöhe so anpassen, das man den Versatz durch einen entsprechenden Wert korrigierte. Aktuell wirkt sich ein Wert in den EEPROM Parametern, aber auch im Marlin, nicht mehr aus, so dass die Düse in die Luft extrudiert.
Die Lösung liegt im Slic3r. Er bietet ebenfalls eine Kompensation für Z an und zwar hier unter Printer Settings-General:

Z Offset für Nozzle beim Autobedleveling
Je höher der negative (!)Wert, der hier eingegeben wird, desto näher, also tiefer, die Nozzle am Druckbett.
Daher vorsichtig mit kleinen Werten wie -0.2 anfangen, mit den neuen Einstellungen slicen, Probedruck des ersten Layers fahren und dann eventuell erneut den Wert korrigieren.

Dienstag, 22. Dezember 2015

Handy als Low Cost 3D Drucker

Professor Jeng Ywan Jeng, Dean of the National Taiwan University of Science and Technology, hat einen 3D Printer entwickelt, der das Display eines üblichen Handys verwendet um damit flüssiges Harz zu einem 3D Objekt auszuhärten. 
Handy als 3D Printer Quelle: (c) 3dprintingindustry.com
Das Verfahren wird durch die Verwendung eines speziell hierfür entwickelten Kunststoffbehälter ermöglicht, der auf das Display aufgelegt wird. Das Licht des Displays durchdringt den Boden des Behälters und kann so jeweils eine Lage des flüssigen Harzes aushärten. Mithilfe einer einzelnen metallischen Z-Achse, wird das Objekt um jeweils einen Layer angehoben.

Es handelt sich hierbei also um eine Abwandlung des DLP Verfahrens, wie es beispielsweise Formlabs und andere Hersteller in ihren 3D Druckern anwenden, die jedoch einen lichtstarken Beamer als Lichtquelle nutzen.
Erstaunlich ist es, dass die geringe Lichtenergie eines Handydisplays ausreichen soll. Ob es auch mit OLED Displays funktionieren kann, bleibt allerdings offen. Auch dürfte das Harz sehr lichtempfindlich sein, um zu funktionieren. Das dürfte im Tageslicht schwierig handzuhaben sein. Das gezeigt Youtube Video jedenfalls wirkt wie eine Animation. Tolle Ideen in dem Bereich gibt es ja zuletzt zuhauf. Ob sie in der Praxis tatsächlich umsetzbar sind, muss sich aber erst noch zeigen.

Montag, 14. Dezember 2015

Adapter für induktives Printbed leveling trotz Glasplatte

Eine - wie ich finde - einfach-geniale Lösung für das Printbed Leveling hat ein User bei Thingiverse vorgestellt.
Verwendet man induktive Näherungsschalter wie beispielsweise den Induktive Sensor Detection Switch Controller NPN DC 6-36V LJ12A3-4-Z/BX LS4G den ich vor ein paar Tagen bestellt habe, stößt man auf das Problem, dass diese nicht auf das Glas der Druckplatte ansprechen. Näherungsschlater werden verwendet um den genauen Abstand zur Druckplatte zu messen und dann über eine Rückkopplung der Firmware, die Abweichung in der Z-Ebene als Korrekturwert an die Drucksoftware zurück zu geben.
Dazu wird die Z-Position dreier Punkte auf der Druckebene ermittelt, indem sich der Druckkopf mit montiertem induktiven Schalter so lange nähert, bis dieser Schalter aufgrund der gemessenen Veränderungen im elektro-magnetischen Feld auslöst.
Glas kann das leider nicht bewirken, daher muss das Druckbett aus Metall, wie z.B. Aluminium sein. Und nein - Alufolie unter die Glasplatte aufkleben funktioniert nicht.
Adapter für induktiven Printbed leveling Näherungssensor
Die Sensoren haben üblicherweise ein Messdistanz von 2 oder 4 mm, einige können aber auch auf eine Entfernung von 8 mm Metall detektieren.
Dass das Verfahren nicht mit der Glasplatte funktioniert, ist etwas ärgerlich, denn nicht jeder kann oder will sein bestehendes Druckbett austauschen.
Bei Thingiverse hat nun der User Paul_Delta die  (eigentlich logische) Lösung hierfür.

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss halt der Prophet zum Berg.

..oder so. Daher hat er eine 3D druckbare Konstruktion ersonnen, die einen gefederten Stift oder besser Nagel beinhaltet, der bei Kontakt mit der Glasplatte in Richtung des Näherungsschalters geschoben wird, so dass dieser dann irgendwann auslöst.
Das ganze wird als Adapter auf den Sensor vorne aufgedrückt.
Eigentlich verwässert diese zusätzliche mechanische Komponente die Messung etwas, aber durch die Federbelastung dürfte sich das in Grenzen halten. In jedem Fall werde ich das mal probieren.
Hier geht es zum Objekt der Begierde: http://www.thingiverse.com/thing:1195525
Nicht kapiert, oder von mir blöd erklärt? Hier gibt es ein kurzes Video zur Funktionsweise:


Wobei man sich auch die Frage stellen kann:
Warum nicht gleich ein mechanischer Endschalter?? ;-)